Cap-Anamur-Mitbegründerin: „Ertrinken lassen geht nicht“

Die Cap-Anamur-Mitbegründerin Christel Neudeck hat zum 40-jährigen Bestehen der Hilfsorganisation zur Rettung von Flüchtlingen im Mittelmeer aufgerufen. „Man darf jemanden im Meer nicht bewusst ertrinken lassen. Das ist einfach nicht möglich in einer humanitären Gesellschaft“, sagte die 76 Jahre alte Neudeck am Donnerstag in Köln. „Ob diese Flüchtlinge dann alle nach Deutschland kommen und bleiben, das ist eine andere Frage. Aber dass man jemanden ertrinken lässt, das ist der Untergang des Abendlandes. Das geht einfach nicht.“

29.08.2019, 14:23 Uhr / Lesedauer: 1 min

Zurzeit arbeitet Cap Anamur in zehn Ländern, unter anderem in Nepal und im Sudan. Damals wie heute wird die Organisation nach eigenen Angaben fast ausschließlich über Spenden finanziert. Cap Anamur wurde 1979 von Christel und Rupert Neudeck (1939-2016) gegründet. Das Ziel war zunächst, sich um die sogenannten „Boatpeople“ zu kümmern, Menschen, die damals vor der kommunistischen Regierung von Vietnam über das Südchinesische Meer flohen. Viele von ihnen ertranken.

Der Literaturnobelpreisträger Heinrich Böll (1917-1985) unterstützte die Aktion. „Für die sogenannten Linken waren die Flüchtlinge aus Vietnam die Falschen“, erinnerte sich Christel Neudeck. „Denn die Linken waren ja für (den Kommunistenführer) Ho Chi Minh auf die Straße gegangen.“ Dennoch hätten sich viele engagiert.

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