CDU will Kreisverkehr an Viktoriastraße: Ausschuss schrecken Kosten von 1 Million Euro ab

Verkehrsplanung

Damit der Verkehr auf der stark befahrenen Viktoriastraße besser fließen kann, will die CDU die Ampel an der Parkstraße durch einen Kreisverkehr ersetzen. Das ist kompliziert und teuer.

Lünen

, 14.11.2019, 12:58 Uhr / Lesedauer: 2 min
CDU will Kreisverkehr an Viktoriastraße: Ausschuss schrecken Kosten von 1 Million Euro ab

An der Kreuzung Viktoriastraße/Parkstraße hätte die CDU gerne einen Kreisverkehr. Der Ausschuss für Stadtentwicklung reagierte verhalten. © Uszball

„Erhebliche städtebauliche Vorteile“ sieht die CDU in einem Kreisverkehr an der Kreuzung Viktoriastraße/Parkstraße. Das Einkaufszentrum, aber auch das Kreishaus Unna sowie die Innenstadt mit Amtsgericht und Rathaus könnten so einfacher erreicht werden. Umwege über die Konrad-Adenauer-Straße fielen weg, ebenso wie das oft praktizierte Wenden.

Das erklärte Arno Feller (CDU) im Ausschuss für Stadtentwicklung und Umwelt am Dienstag (29.10.). Die Bedenken der Verwaltung, dass Nutzer von Nebenstraßen erschwert in den Kreisverkehr einfahren können, hielt er für nachrangig. Feller verwies auf den Kreisel in Horstmar. Dort habe er nicht den Eindruck, dass er nicht funktioniert.

Obwohl sich die Wählergemeinschaft GFL mehr Kreisverkehre in Lünen wünscht, reagierte sie auf den CDU-Vorschlag verhalten. Denn die geschätzte Kosten liegen über einer Million Euro. Im Vergleich: Der Kreisel an der Preußenstraße/Baukelweg hat 600.00 Euro gekostet, der an der Graf-Adolf-Straße 400.000 (ohne Astverbindung).

Was das Projekt an der Viktoriastraße so teuer macht, ist die notwendige Verlegung der Bushaltestelle. Allein das würde mit den Astverbindungen 630.000 Euro kosten. „Vor dem Hintergrund tun wir uns schwer“, bekannte Prof. Johannes Hofnagel (GFL).

Grüne: Andere Projekte sind wichtiger

Auch die Grünen, die die Vorteile durchaus sehen, schrecken zurück. „Da gibt es andere Projekte, wie die Verbesserung des Radverkehrs, wo das Geld besser angelegt ist“, fand Thomas Matthée. Dr. Roland Giller (FDP) konnte keine Vorzüge in einem Kreisel erkennen. Im Gegenteil. Er hält den „Innenstadtzubringer für abwegig“. Da würde viel Verkehr durch die enge Parkstraße geführt. Und irgendwelchen Falschfahrern eine Möglichkeit zum Wenden zu geben, sei für ihn nicht sinnvoll. Bei den hohen Kosten sei die Effizienz nicht gewährleistet.

Über 21.000 Autos unterwegs

Auf der Viktoriastraße und der Parkstraße sind täglich 21.420 Autos unterwegs. Sie teilen sich wie folgt auf: 6250 Viktoriastraße West, 11.000 Viktoriastraße Ost, 1.028 Parkstraße Süd, 3142 Parkstraße Nord. Die Zahlen basieren auf Zählungen für eine Untersuchung des Hauptstraßennetzes und aus dem Jahr 2017 und Februar 2019 auf der Parkstraße.

Ebenfalls zurückhaltend blieb die SPD. Hans-Georg Fohrmeister meinte, da müsse man nochmal genau nachrechnen. Zudem seien viele Fragen offen. Beispielsweise die, dass der Leezenpatt den Durchfluss unterbreche und Radfahrer im Kreisverkehr zurückstecken müssten . Die SPD wolle den Kreisverkehr nicht grundsätzlich ablehnen, aber noch keine Entscheidung treffen und das Thema vertagen.

Marc Elsbeck meinte für die Piraten/Freie Wähler: „Wir sind grundsätzlich für Kreisverkehre, aber hier gibt es nicht so viele positive Aspekte.“

Auch die Verwaltung ist nicht überzeugt: Die Situation an der Viktoriastraße sei schwierig, so der Technische Beigeordneter Arnold Reeker. „Es wäre schön, einen Kreisel zu haben, aber nicht jetzt.“ Einstimmig beschloss der Ausschuss, das Thema zu vertagen.

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