AKK verzichtet auf Kanzlerkandidatur und gibt CDU-Vorsitz auf

Paukenschlag bei der CDU

Politischer Paukenschlag in Berlin: CDU-Vorsitzende Annegret Kramp-Karrenbauer verzichtet auf die Kanzlerkandidatur. Sobald diese geklärt ist, will sie auch den CDU-Parteivorsitz abgeben.

Berlin

von Daniel Vates

, 10.02.2020, 09:52 Uhr / Lesedauer: 2 min
AKK verzichtet auf Kanzlerkandidatur und gibt CDU-Vorsitz auf

Kramp-Karrenbauer verzichtet auf eine Kandidatur als Kanzlerkandidatin. © picture alliance/dpa

Der Eklat bei der Thüringer Ministerpräsidenten-Wahl hat Folgen bei der Bundes-CDU. Die Parteivorsitzende Annegret Kramp-Karrenbauer hat ihren Rücktritt angekündigt.

In einer Sitzung des CDU-Präsidiums sagte Kramp-Karrenbauer nach Informationen des RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND), sie strebe keine Kanzlerkandidatur an. Es sei aber offensichtlich, dass Parteivorsitz und Kanzlerkandidatur in eine Hand gehörten. Sie werde im Sommer den Prozess der Kanzlerkandidatur organisieren und dann den Parteivorsitz abgeben. Ein CDU-Sprecher bestätigte dies kurz darauf.

Kramp-Karrenbauer stellte ihre Entscheidung nach Angaben von Teilnehmern der Sitzung offenbar in Zusammenhang mit den Ereignissen in Thüringen, wo die CDU-Fraktion entgegen den Empfehlungen der Bundespartei den von der FDP aufgestellten Ministerpräsidenten-Kandidaten Thomas Kemmerich gewählt hatte. Dessen Mehrheit war durch die Unterstützung der AfD zustande gekommen.

Kramp-Karrenbauer habe im Präsidium gesagt, dass es ein ungeklärtes Verhältnis von Teilen der CDU mit AfD und Linkspartei gebe. Sie sei aber strikt gegen eine Zusammenarbeit mit beiden Parteien.

Merkel wünscht sich AKK weiter als Ministerin

Junge Union und Wirtschaftsflügel der Partei hatten der Parteivorsitzenden mangelnde Führungsfähigkeit vorgeworfen. Der Schleswig-holsteinische Ministerpräsident Daniel Günther hatte Sprachlosigkeit der Bundespartei im Umgang mit der Thüringer CDU konstatiert.

Die frühere saarländische Ministerpräsidentin hatte den Parteivorsitz nach einem parteiinternen Wettbewerb im Dezember 2018 übernommen. Der unterlegene frühere Unions-Fraktionsvorsitzende Friedrich Merz hatte sein Interesse an einer Kanzlerkandidatur seither wiederholt deutlich gemacht. Als potenzielle Anwärter auf die Kanzlerkandidatur gelten auch Bundesgesundheitsminister Jens Spahn und der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Armin Laschet.

Das CDU-Präsidium reagierte mit langem Schweigen auf die Ankündigung Kramp-Karrenbauers. Bislang habe noch keiner der Anwesenden seinen Hut für eine mögliche Kandidatur in den Ring geworfen, erfuhr die Deutsche Presse-Agentur dpa am Montag aus Parteikreisen. Laschet war nicht anwesend. Die CDU-Spitze wurde von der Entscheidung überrascht. Bei einem Treffen mit ihren Stellvertretern am Sonntagabend habe Kramp-Karrenbauer ihren Schritt nicht angedeutet, erfuhr die dpa aus Parteikreisen. In der Sitzung des Parteipräsidiums sei Kramp-Karrenbauer Dank und viel Respekt für ihre Arbeit ausgesprochen worden.

Kanzlerin Angela Merkel (CDU) sprach sich derweil dafür aus, dass Kramp-Karrenbauer Ministerin bleibt. Das wurde am Montag aus der Sitzung des CDU-Präsidiums in Berlin bekannt. Merkel habe ihr zudem ihren großen Dank ausgesprochen.

mit Material der Nachrichtenagentur dpa

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