Buschfeuer in Australien: Rauch könnte einmal um die Erde ziehen

Klimawandel

Der Rauch der australischen Buschfeuer könnte weltweit spürbar werden, sagt die Raumfahrtbehörde NASA. Auslöser sind die durch die Brände entstehenden Pyrocumulonimbus-Stürme.

Australien

von Laura Beigel

, 14.01.2020, 14:41 Uhr / Lesedauer: 1 min
Buschfeuer in Australien: Rauch könnte einmal um die Erde ziehen

Der durch die Buschbrände entstehende Rauch wird von Stürmen in Richtung Neuseeland fortgetragen. © Twitter@NSWRFS/AP/dpa

Bis in die untere Stratosphäre, also bis in 17,7 Kilometer über dem Meeresspiegel, ist der Rauch der australischen Buschbrände bereits aufgestiegen. Das teilte diese Woche die NASA mit, die sich auf Daten des Erdbeobachtungssatelliten CALIPSO stützt. „Es wird erwartet, dass der Rauch mindestens eine volle Runde um den Globus macht“, sagte die amerikanische Aeronautik- und Raumfahrtbehörde.

Die vor allem in Victoria und New South Wales vorherrschenden Brände hatten zuletzt Stürme und Pyrocumulonimbus-Wolken erzeugt. Verursacht werden diese Pyrocumulonimbus-Stürme durch den Rauch und die Hitze der Buschbrände, die zusammen mit dem Wasserdampf der Atmosphäre in starke Gewitter münden können. Solche Unwetter verstärken nicht nur die Feuer, sondern tragen den Rauch gleichzeitig in Richtung Osten fort.

Rauchwolken färben Himmel in Chile rot

Durch diese Rauch-Zirkulation sind die Auswirkungen der australischen Buschbrände auch im benachbarten Neuseeland zu spüren: Herübergewehte Asche hatte an Neujahr die mit Schnee bedeckten Gletscher der Südwestpazifik-Insel kurzzeitig braun gefärbt. Auch im mehr als 12.000 Kilometer entfernten Chile machten sich vergangene Woche Rauchwolken bemerkbar und ließen den Himmel rötlich erscheinen.

Eine weitere Folge des Feuers ist die abnehmende Luftqualität. Über Nacht sei die Luft in Melbourne weltweit am schlechtesten geworden, sagte Brett Sutton, zuständiger Chef der Gesundheitsbehörde. Die australische Regierung hat aufgrund der rekordverdächtig schlechten Luft alle Bewohner von Melbourne geraten, in ihren Häusern zu bleiben.

Buschfeuer in Australien: Rauch könnte einmal um die Erde ziehen

14.01.2020, Australien, Melbourne: Rauch durch die anhaltenden Buschbrände hängt in der Luft, während Passanten über die Straße gehen. Kurz vor einem großen Tennisturnier haben die Brände in Australien die Luftqualität von Melbourne rekordverdächtig schlecht gemacht. Foto: Erik Anderson/AAP/dpa +++ dpa-Bildfunk +++ | © picture alliance/dpa

Rund 1,25 Milliarden Tiere durch Brände in Australien gestorben

Seit Oktober vergangenen Jahres wüten die riesigen Brände in Australien. Mehr als zehn Millionen Hektar Land sind bereits verbrannt. Nach Schätzungen des World Wildlife Funds (WWF) sind zudem rund 1,25 Milliarden Tiere ums Leben gekommen.