Busaushang verweist auf „deutschen Fahrer“ – Dresdner Verkehrsbetriebe reagieren

ÖPNV in Dresden

In einem Bus der Dresdner Verkehrsbetriebe (DVB) hing ein Zettel mit der Aufschrift: „Diesen Bus steuert ein Deutscher Fahrer.“ Ein Fahrgast sah den Aushang – und meldete sich bei den DVB...

Dresden

17.12.2019, 11:19 Uhr / Lesedauer: 1 min
Busaushang verweist auf „deutschen Fahrer“ – Dresdner Verkehrsbetriebe reagieren

„Diesen Bus steuert ein ... (Hier eigene Ideen einfügen).“ Na ja, der „Deutsche Fahrer“ wird diesen Bus jedenfalls nicht mehr steuern. © Tino Plunert/dpa

„Diesen Bus steuert ein Deutscher Fahrer“ – ein Zettel mit diesen Zeilen in altdeutscher Schrift hing am Montagmorgen im Eingangsbereich eines Busses in Dresden. Peter Dörffel, 23 Jahre alt, war gerade auf dem Weg zur Arbeit, als er das Schreiben las.

„Ich war baff, als ich diesen Zettel beim Einsteigen sah. Im ersten Moment war ich kaum verwundert, da solche Taten in den letzten Jahren immer salonfähiger geworden sind“, sagt der junge Mann. „Ich musste an der Haltestelle Obere Straße in Pesterwitz aussteigen und habe ein Foto gemacht. Via Twitter schickte ich dieses dann an die DVB.“ Die Dresdner Verkehrsbetriebe hätten sich daraufhin umgehend zurückgemeldet, so Dörffel weiter.

Aushang soll Konsequenzen haben

In der Antwort hieß es: „Diese Nachricht hat uns schon erreicht. Wir fragen uns auch, was mit dem Kollegen nicht stimmt. Heute ist dieser nicht mehr unterwegs. Dieses Verhalten wird Konsequenzen haben.“ Auch Falk Lösch, Sprecher der DVB, ist sprachlos: „Solch ein Verhalten ist absolut inakzeptabel. Wir haben uns umgehend mit dem entsprechenden Subunternehmen in Verbindung gesetzt. Jetzt muss der Vorfall aufgearbeitet werden.“ Später am Montag wurden direkte Konsequenzen gezogen: „Dieser Fahrer wird nicht mehr auf unseren Linien fahren“, sagte ein DVB-Sprecher.

Peter Dörffel zeigte sich zuvor schon schockiert über den Zettel: „Ich habe viele Freunde mit ausländischen Wurzeln, ich weiß nicht, wie die es aufgefasst hätten, diesen Wisch zu lesen.“

RND/Tino Plunert

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