Burbach-Prozess könnte sich bis 2020 ziehen

Der Prozess um qequälte Flüchtlinge in einem Heim in Burbach zieht sich hin. Fast ein Jahr läuft der Mammutprozess vor dem Landgericht in Siegen schon. 25 Angeklagte sind noch übrig.

04.10.2019, 05:19 Uhr / Lesedauer: 1 min
Burbach-Prozess könnte sich bis 2020 ziehen

Das Landgericht in Siegen. Foto: Markus Klümper/dpa

Der schon beinahe seit einem Jahr laufende Mammutprozess um misshandelte Flüchtlinge in einer Notunterkunft in Burbach zieht sich weiter hin. Von ursprünglich 38 Angeklagten im November 2018 sind noch die Fälle von 25 Personen zu verhandeln, sagte ein Sprecher des Landgerichts Siegen auf dpa-Anfrage. Davon sitzen 19 frühere Wachleute oder Mitarbeiter der Unterkunft im Hauptverfahren auf der Anklagebank, bei den anderen sechs Personen seien die Verfahren abgetrennt worden.

Verzögerungen seien vor allem durch Befangenheitsanträge der Verteidigung entstanden. Es sei gut möglich, dass man zusätzliche Termine bis ins kommende Jahre brauchen werde. Beschlossen habe die Kammer dazu aber noch nichts, schilderte der Gerichtssprecher.

In der Aufnahme-Einrichtung des Landes im Siegerland - betrieben von einem privaten Unternehmen - sollen über Monate hinweg Flüchtlinge eingesperrt, gedemütigt und gequält worden sein. Unter anderem waren sie bei Hausordnungsverstößen in ein „Problemzimmer“ gesperrt worden, manchmal mehrere Tage lang. Fotos und eine Videoaufzeichnung hatten die Schikanen im Herbst 2014 ans Licht gebracht und weltweit für Entsetzen gesorgt.

Das Hauptverfahren hatte Ende 2018 begonnen. Es gab seitdem bisher zehn Verurteilungen - überwiegend zu Geldstrafen. Der frühere Heimleiter hatte eine Bewährungsstrafe von 15 Monaten erhalten. Zudem wurde eine Person freigesprochen und ein Verfahren eingestellt, weil der Angeklagte gestorben war. Gerade erst vor wenigen Tagen wurde das Verfahren gegen eine Angeklagte eingestellt, die auch als Vertreterin des Heimleiters fungiert hatte. Nach der Beweisaufnahme sei die Staatsanwaltschaft davon ausgegangen, dass die Schwere der Schuld als gering einzustufen sei.

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