Bahn-Warnstreiks: Auch Stunden später noch Auswirkungen

Auch Bayern hat der Warnstreik bei der Bahn hart getroffen. Selbst Stunden nach dem Ende der Arbeitsniederlegungen lief der Verkehr noch nicht wieder rund.

10.12.2018, 05:28 Uhr / Lesedauer: 2 min

Der mehrstündige Warnstreik der Bahngewerkschaft EVG hat am Montagmorgen auch viele Menschen in Bayern getroffen. Im Großteil des Landes fuhr zwischen 5.00 und 9.00 Uhr morgens kein einziger Zug. Die S-Bahnen in München und Nürnberg standen bis auf wenige Ausnahmen in der Landeshauptstadt ebenfalls still. Vor allem im Fernverkehr waren die Folgen des Ausstands bis in den späten Nachmittag hinein zu spüren. Zahlreiche Züge fielen aus oder erreichten ihr Ziel nur verspätet. Auch im Regionalverkehr musste nach Angaben der Deutschen Bahn (DB) bis in den Nachmittag hinein mit Einschränkungen gerechnet werden.

Betroffen waren ebenso die Privatbahnen, weil Stellwerke nicht besetzt waren und Signale nicht bedient wurden. Bei der Bayerischen Oberlandbahn, dem Meridian und der Bayerischen Regiobahn standen in den Morgenstunden sämtliche Züge still.

Bei der Länderbahn war vor allem die Marke Alex betroffen, da nach deren Angaben „die Infrastruktur in Regensburg, München, Kempten, Lindau sowie Oberstdorf“ bestreikt wurde. Einzig in Nordbayern, bei der Waldbahn sowie der Oberpfalzbahn, fuhren die Züge weitgehend normal, sagte ein Sprecher.

Wiederholen wird sich das Chaos an diesem Dienstag voraussichtlich nicht. Die Bahn und die EVG wollen dann wieder an den Verhandlungstisch zurückkehren. Das teilte eine Bahnsprecherin am Montag mit. Zuvor hatte sich die EVG wieder gesprächsbereit gezeigt. Im Tarifstreit mit der Bahn waren die Verhandlungen am vergangenen Samstag ohne Ergebnis beendet worden. Die Gewerkschaft hatte ihre Mitglieder bundesweit zu dem vierstündigen Warnstreik am Montagmorgen aufgerufen. Die EVG vertritt unter anderem Mitarbeiter an Stellwerken, Zugbegleiter und Lokführer.

Sie verlangt 7,5 Prozent mehr Geld für rund 160 000 Beschäftigten. Außerdem will sie, dass Arbeitnehmer statt des Geldes mehr Urlaub oder eine kürzere Arbeitszeit wählen können. Die Bahn hatte neben einer Einmalzahlung von 500 Euro eine Entgelt-Erhöhung in zwei Stufen angeboten: 2,5 Prozent zum 1. März 2019, weitere 2,6 Prozent zum 1. Januar 2020, bei einer Vertragslaufzeit von 29 Monaten.

Auch die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) verlangt unter anderem 7,5 Prozent mehr Geld. Ihre Verhandlungen für rund 36 000 Beschäftigte des Zugpersonals mit der Bahn gehen an diesem Dienstagmorgen in Eisenach weiter. Vonseiten der GDL droht nicht so schnell ein Arbeitskampf: Sie darf wegen einer Vereinbarung erst streiken, wenn vorher eine Schlichtung gescheitert ist.

Vor allem auf den Autobahnen im Großraum München seien die Auswirkungen des Streiks am Morgen deutlich zu spüren gewesen, sagte der Sprecher der Autobahndirektion Süd, Josef Seebacher. „Wir hatten deutlich mehr Rückstaus als ohnehin schon an normalen Tagen üblich.“

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