Bundesweit 45 Verfahren gegen kriminelle Clans im Jahr 2018

In keinem anderen Bundesland laufen so viele Ermittlungsverfahren gegen kriminelle Familienclans wie in Nordrhein-Westfalen. Das geht aus einem bundesweiten Lagebild zur Clankriminalität hervor, das erstmalig vom Bundeskriminalamt (BKA) erstellt wurde. Danach waren im vergangenen Jahr 22 der insgesamt 45 Verfahren gegen kriminelle Clans - und damit fast die Hälfte - in dem bevölkerungsreichsten Bundesland angesiedelt. Ermittler in Bayern betreuten sieben Verfahren, die sich gegen Großfamilien richteten. Fünf Ermittlungsverfahren betrafen Tatverdächtige in Berlin. Unter den bundesweit 654 Tatverdächtigen in diesem Bereich stellten die Libanesen mit 152 Tatverdächtigen die größte Gruppe.

24.09.2019, 13:50 Uhr / Lesedauer: 1 min
Bundesweit 45 Verfahren gegen kriminelle Clans im Jahr 2018

Eine Figur „Justitia“ steht in einem Landgericht auf einem Schreibtisch. Foto: Patrick Seeger/Archiv

Insgesamt ging die Zahl der Ermittlungsverfahren gegen Gruppierungen der Organisierten Kriminalität im vergangenen Jahr von 572 auf 535 Verfahren zurück. Für die Sicherheitsbehörden ist das aber nur bedingt eine gute Nachricht. Denn das BKA erklärte, die Ermittlungen seien teilweise komplexer und aufwendiger geworden - auch weil viele Täter auf verschlüsselte Kommunikation setzen. Während die Zahl der Verfahren im Rotlichtmilieu 2018 stark zurückging, gab es einen leichten Anstieg bei den Ermittlungen gegen Schleuserbanden.

Von den 6483 Tatverdächtigen im Bereich der Organisierten Kriminalität waren im vergangenen Jahr 31,2 Prozent Deutsche, wobei rund zwölf Prozent von ihnen bei ihrer Geburt eine andere Staatsangehörigkeit hatten. Unter den Ausländern dominierten die Türken mit 714 Verdächtigen und polnische Staatsbürger (404 Verdächtige). Eine „überdurchschnittlich hohe Eskalations- und Gewaltbereitschaft“ beobachtete das BKA 2018 bei Verbrecherbanden, die von Tschetschenen dominiert werden.

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