Bundesnetzagentur warnt vor Spionen im Kinderzimmer

Überwachung

Viele Kinder wünschen sich sprechende Teddybären oder Autos mit Kamera. Oft ermöglicht die Technik, Kinder unbemerkt zu beobachten. Die Bundesnetzagentur ruft Eltern auf, informiert zu schenken.

Berlin

von Marina Kormbaki

, 07.12.2019, 15:46 Uhr / Lesedauer: 1 min
Bundesnetzagentur warnt vor Spionen im Kinderzimmer

Die seit vorletztem Jahr verbotene Kinderpuppe „Cayla“. © Roland Weihra/dpa

Die Bundesnetzagentur warnt in der Weihnachtszeit vor dem Kauf von intelligentem Spielzeug oder vernetzten Alltagsgegenständen, die die Privatsphäre verletzen. „Beim Kauf von Smarttoys sollten die Bürger darauf achten, dass es sich nicht um verbotene Spionagegeräte handelt“, sagte Jochen Homann, Präsident der Bundesnetzagentur, dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND).

Abhören ist nicht erlaubt

Homann riet Eltern, sich vor dem Kauf über die Funktionsweise von funkfähigem Spielzeug zu informieren. Oft erkenne man nicht auf den ersten Blick, ob in Spielzeug sendefähige Kameras und Mikrofone versteckt sind.

Diese könnten die Privatsphäre von Kindern verletzen. „Es ist nicht erlaubt, Geräte zu besitzen, mit denen man zum Beispiel seine Kinder unbemerkt abhören kann“, betonte der Chef der Bundesnetzagentur.

„Verboten sind zum Beispiel Geräte, die einen anderen Gegenstand vortäuschen und geeignet sind, Gespräche unbemerkt abzuhören“, so Homann. Unter den fraglichen sogenannten Smarttoys listet die Bundesnetzagentur Smartwatches für Kinder mit Abhörfunktion, Spielzeugautos mit Kamera sowie Staubsaugerroboter mit Kamera auf.


Puppe „Cayla“ wurde verboten

Aufsehen erregte vor zwei Jahren die Puppe „My Friend Cayla“. Die Puppe konnte sich per Bluetooth mit einem Smartphone verbinden und alles mithören, was im Kinderzimmer gesprochen wurde. Die Daten wurden auf Servern im Ausland verarbeitet und daraus passende Antworten für die Kinder generiert.

Bei diesen Verbindungen gab es so große Sicherheitsmängel, dass die Bundesnetzagentur 2017 die Puppe als Spionagewerkzeug einstufte und vom Markt nahm.

Die Bundesnetzagentur hilft

Bei Unklarheiten, ob ein Spielzeug verboten ist, können sich Verbraucher per E-Mail an die Bundesnetzagentur wenden: spionagegeraete@bnetza.de.

Auch die Stiftung Warentest weist auf Spielzeug hin, das sich per Smartphone kapern lasse – etwa der Roboter i-Que, der Toy-Fi-Teddy und der Roboterhund Chip.

Lesen Sie jetzt
Lesen Sie jetzt
Meistgelesen