Buchhalterin aus Dortmund prellt Lüner Praxis um 80.000 Euro

dzUrteil wegen Untreue

Als Buchhalterin war eine Dortmunderin in einer Dialyse-Praxis in Lünen tätig. Doch diese Vertrauensposition missbrauchte sie über Jahre. Allein 2017 veruntreute sie circa 80.000 Euro.

von Heinrich Höckmann

Lünen

, 28.02.2019, 05:45 Uhr / Lesedauer: 1 min

Wegen Untreue wurde die 56-Jährige am Mittwoch, 27. Februar, vom Schöffengericht Lünen unter Vorsitz von Richterin Beatrix Pöppinghaus zu einer Bewährungsstrafe von einem Jahr und neun Monaten verurteilt.

Der Gesamtschaden, den die Angeklagte seit 2012 verursachte, belief sich wohl auf etwa 200.000 Euro. In dem Prozess wurden aber lediglich 38 Fälle strafrechtlich verfolgt. Die anderen sind verjährt. Um den Schadensersatz wird vor einem Zivilgericht gestritten.

Als Vorauszahlung aufs Gehalt gebucht

In Sammelüberweisungen, die an die Bank übermittelt wurden, hatte die Angeklagte Überweisungen auf ihre eigenen Konten versteckt. Auf der Sammelüberweisung erschien nur der Gesamtbetrag. Die einzelnen Belege wurden nicht kontrolliert. Rechnungen hatte die Angeklagte nicht gefälscht. Sie hatte alle Überweisungen als Vorauszahlung auf ihr Gehalt gebucht.

Hatte sich die Angeklagte in den Jahren vor 2017 noch mit kleineren, dreistelligen Summen je Überweisung zufrieden gegeben, kannte ihre Gier 2017 offensichtlich keine Grenzen mehr. Sie buchte Lohnvorauszahlungen in vierstelliger Höhe, bis zu 5000 Euro je Überweisung, teilweise dreimal monatlich. Das führte schließlich zu ihrer Überführung, als in der Praxis auffiel, dass die Gewinne geringer ausfielen als früher.

Geständnis vor Gericht

Vor Gericht räumte die Angeklagte die Vorwürfe ein. Die Frage, wozu sie das Geld verwendet hatte, ließ sie jedoch unbeantwortet. Drogen, Alkohol oder eine Spielsucht, das wurde deutlich, spielten keine Rolle. Das Haus der Frau und eine Wohnung auf Mallorca sind verschuldet. Laut Schufa Auskunft hat sie sogar weitere Schulden.

Dass die Frau mit einer Bewährungsstrafe davon kam, begründete die Richterin damit, dass die Angeklagte nie zuvor mit dem Gesetz in Konflikt geraten war und sie weiterhin einer Arbeit, bei einem neuen Arbeitgeber, nachgehe. Somit bestehe zumindest theoretisch die Möglichkeit, dass sie den Schaden zurückzahlt.

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