Brüder: Kinder zur Drogen-Aufbewahrung eingespannt?

Sie sollen Kinder zur Aufbewahrung ihrer Drogenvorräte angeheuert haben: Wegen kiloschwerer Marihuana-Geschäfte stehen zwei junge Männer seit Donnerstag vor dem Dortmunder Landgericht. Laut Anklage spannten die beiden 18 und 23 Jahre alten Brüder Kinder für ihren Handel ein. Diese sollen mit kleinen Mengen Marihuana durch die Dortmunder Nordstadt gelaufen und bei vereinbarten Straßengeschäften vom jeweiligen Dealer zum Ort der Übergabe bestellt worden sein. Als Lohn hätten die Kinder Geld oder Zigaretten erhalten.

18.10.2018, 15:08 Uhr / Lesedauer: 1 min
Brüder: Kinder zur Drogen-Aufbewahrung eingespannt?

Eine Statue der Justitia hält eine Waage in ihrer Hand. Foto: David-Wolfgang Ebener/Archiv

Die Staatsanwaltschaft ist davon überzeugt, dass die Brüder durch den Verkauf von Marihuana innerhalb eines Jahres rund 800 000 Euro erlöst haben. Laut Anklage waren sie Mitglieder einer Bande, die zahlreiche sogenannte „Läufer“ beschäftigte. Solche Straßenverkäufer sollen die Drogen grammweise auf Parkplätzen oder an anderen öffentlichen Orten verkauft haben. Als Zwischenlager soll den Angeklagten unter anderem auch mindestens ein Kinderspielplatz gedient haben.

Die beiden Männer waren Mitte April festgenommen worden. Nach Hinweisen hatten die Ermittler mehrere Vertrauenspersonen auf die Angeklagten angesetzt, die zum Schein bei diesen Drogen kauften. Seit dem 19. April sitzen die Brüder in Untersuchungshaft. Beide Verteidiger kündigten an, dass sich ihre Mandanten an den kommenden Verhandlungstagen umfassend zu den Vorwürfen äußern werden. Nach Angaben des Gerichts sitzen weitere Mitglieder der Familie bereits wegen anderer Drogengeschäfte im Gefängnis.

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