Brisante Entwicklung im Säuglingsmisshandlungs-Prozess: Druck auf Mutter erhöht

Prozess

Im Säuglingsmisshandlungs-Prozess gegen einen Vater (24) aus Bork haben erstenZeugen ausgesagt. Im Mittelpunkt des Verhandlungstags stand jedoch vor allem eine brisante Entwicklung.

Bork

, 12.10.2018, 11:24 Uhr / Lesedauer: 1 min

Wie Richter Michael Janßen gleich zu Prozessbeginn am Donnerstag vor dem Bochumer Landgericht mitteilte, befindet sich der Junge seit wenigen Tagen nämlich wieder in einer Pflegefamilie. Die Herausnahme des Zweijährigen aus dem Haushalt seiner Mutter, die von dem angeklagten Paketzusteller aus Bork inzwischen getrennt lebt, erfolgte auf Initiative des Jugendamtes.

Junge hatte „Veilchen“

Als Grund wurde mitgeteilt, dass die 24-jährige Hertenerin angeblich gegen elementare Absprachen mit dem Jugendamt verstoßen habe. Außerdem sei der Junge zuletzt im Kindergarten mit einer Art „Veilchen“ im Augenbereich aufgetaucht.

Die beschuldigte Mutter erklärte die Gesichtsverletzung mit einem jüngsten Spielplatz-Unfall. „Er wollte eine Stufe hochhüpfen und ist dabei abgerutscht“, sagte die 24-Jährige. Sie habe alles Notwendige eingeleitet, sei wegen der Jochbeinverletzung sogar in der Kinderklinik gewesen. Die darüber hinaus vom Jugendamt vorgetragenen Auflagen-Verstöße bezeichnete die 24-Jährige als „gelogen“.

„Vorbildlich“ als Mutter

Ihre eigene Mutter (46) bescheinigte der Angeklagten im Zeugenstand, die Mutterrolle stets vorbildlich ausfüllt zu haben. Auch der Kindsvater aus Bork hat sich in den Augen seiner Schwiegermutter nicht zuschulden kommen lassen: „Er hat sich so viel Mühe gegeben. Er war halt so wie ein junger Vater ist: unbeholfen. Aber er hat gut gelernt.“ Und auch über die ebenfalls angeklagte Hebamme (65) verlor die Zeugin kein böses Wort: „Sie hat immer gute Tipps gegeben.“

Als Erklärung für die zahlreichen Knochenbrüche, die Ende 2016 bei dem Hertener Jungen diagnostiziert worden waren, kommt für die Großmutter einzig die „grausame Entbindung“ infrage, bei der sich ein Arzt im Kreißsaal unfassbar wuchtig mit dem Ellbogen zuerst auf ihre Tochter geschmissen habe. In die gleiche Richtung hatte vor einer Woche auch der Vater aus Bork argumentiert. Auch für den 24-Jährigen waren die Knochenbrüche allein durch ärztliche Fehler erklärlich.

Die Anklage lautet auf Misshandlung von Schutzbefohlenen und unterlassene Hilfeleistung.

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