Brieftauben als Kulturerbe? Neuer Vorstoß der Züchter

Die Deutschen Brieftaubenzüchter bemühen sich erneut offiziell um die Anerkennung als nationales Kulturerbe. Ziel sei es, in das bundesweite Verzeichnis des sogenannten immateriellen Kulturerbes aufgenommen zu werden, wie am Freitag mitgeteilt wurde. Der erste Vorstoß vor einem Jahr war am Veto der Kultusministerkonferenz gescheitert. Auch Tierschützer hatten sich vehement gegen eine Aufnahme in die Liste gewehrt.

25.10.2019, 10:20 Uhr / Lesedauer: 1 min
Brieftauben als Kulturerbe? Neuer Vorstoß der Züchter

Junge Brieftaube sitzen in einem Taubenschlag. Die Tiere sind erst wenige Wochen alt. Foto: Oliver Dietze/dpa/Archivbild

Tierschutzwidrige Praktiken dürften nicht durch eine Anerkennung als immaterielles Kulturerbe auch noch gefördert werden, hieß es demnach. Für Wettkämpfe würden die Tauben ausgebeutet und auf ihren Distanzflügen häufig verletzt oder getötet. Die Unesco-Auswahlkommission hatte bemängelt, „gesellschaftliche Kontroversen um Tierhaltung und -nutzung“ seien in dem Antrag nicht thematisiert worden.

Im zweiten Versuch werde nunmehr das Brieftaubenwesen in seiner Komplexität dem Tierwohl entsprechend dargestellt, sagte Verbandspräsident Richard Groß. Von einem Kulturerbe-Status erhoffen sich die Züchter mehr Aufmerksamkeit für das Brieftaubenwesen und die Vögel. 2018 hatte es der Taubensport bereits auf die Landesliste Nordrhein-Westfalens geschafft.

Die Vorschläge für die begehrte Kulturerbe-Liste werden von einem Expertenkomitee der Deutschen Unesco-Kommission bewertet. Die Entscheidung für oder gegen eine Aufnahme treffen die Kultusministerkonferenz und die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien voraussichtlich im Dezember 2020.

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