Verdächtiges weißes Pulver: Polizei und Feuerwehr sperrten Werner Stadthaus stundenlang ab

Großeinsatz beendet

Die Sperrung des Werner Stadthauses ist aufgehoben. Experten eines Messtrupps haben das weiße Pulver geborgen, das am Montag entdeckt wurde. Im Kreis Unna gab es drei Fälle gleichzeitig.

Werne

, 08.04.2019, 11:21 Uhr / Lesedauer: 2 min
Verdächtiges weißes Pulver: Polizei und Feuerwehr sperrten Werner Stadthaus stundenlang ab

Feuerwehrleute des Messtrupps Lünen bargen das Tütchen mit weißem Pulver. © Jörg Heckenkamp

Die Feuerwehr war am Montagmorgen (8. April) mit zahlreichen Kräften vor Ort. Auch ein Messwagen aus Lünen wurde angefordert, der nach Angaben von Feuerwehr-Einsatzleiter Thomas Temmann Mischproben aus der Umgebung nehmen sollte. „Fallen die negativ aus, können wir davon ausgehen, dass es sich nicht um gefährliches Pulver handelt“, so Temmann am Montagvormittag.

Einen ähnlichen Einsatz gab es am Katharinen-Hospital in Unna. Auch hier entdeckten Mitarbeiter am Montagmorgen weißes Pulver in einem Brief. Weil die Analyse-Task-Force (ATF) aus Dortmund nach Werne gekommen war, bekam Unna Verstärkung aus Köln.

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Einen dritten Fund gab es später im Justizkrankenhaus Fröndenberg. Nach Informationen der Feuerwehr Fröndenberg handelte es sich bei dem dort gefundenen Pulver um Backpulver. Dass das auch auf die Funde in Werne und Unna zutrifft, liegt nahe, ist allerdings noch nicht offiziell bestätig.

Einsatz beendet, Pulver wird noch untersucht

Nachdem das Pulver in Werne geborgen wurde, konnten die Mitarbeiter das Stadthaus gegen 12.25 Uhr verlassen. Zuvor war es hermetisch abgeriegelt worden. Da das Tütchen verschlossen war, kam es zu keiner Kontamination. Das wäre auch bei vermeintlich giftigem Pulver nicht passiert. Ob das Pulver giftig war, müssen nun weitere Untersuchungen ergeben.

Gegen 12 Uhr machten sich zwei Wehrleute des Messtrupps in geschützter Kleidung und mit Atemschutzmasken auf in die 4. Etage des Stadthauses. Dort, in der Poststelle, hatte ein Mitarbeiter am Montagmorgen einen länglichen Standard-Briefumschlag geöffnet.

4x8 Zentimeter großes Tütchen mit weißem Pulver und gelben Stippen

„Darin befand sich ein etwa 4 mal 8 Zentimeter großes Plastiktütchen. Darin war weißes Pulver mit gelben Stippen. Das Tütchen war mit einem Zipper-Verschluss verschlossen“, sagt Feuerwehr-Chef Thomas Temmann auf Anfrage. „Der Mitarbeiter ist ehemaliger Rettungssanitäter und hat sofort richtig reagiert.“

Verdächtiges weißes Pulver: Polizei und Feuerwehr sperrten Werner Stadthaus stundenlang ab

Einsatzkräfte der Analyse-Task-Force vor dem Werner Stadthaus. Sie gehen ins Gebäude, um das Pulver zu untersuchen. © Jörg Heckenkamp

Die Spezialeinheit der Feuerwehr ging nach einem Abgleich der Fotos davon aus, dass es sich in Unna und Werne um denselben Hintergrund handelte.

Das Stadthaus in Werne war über mehrere Stunden komplett abgesperrt, „verletzt wurde niemand“, so Temmann. Mitarbeiter der Stadtverwaltung durften ihre Büros zwischenzeitlich nicht verlassen.

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Mitarbeitern der Stadtverwaltung geht es gut

Sowohl der Feuerwehrchef als auch Bürgermeister Lothar Christ zeigten sich zwischenzeitlich besorgt, eine akute Gefahr habe für die Mitarbeiter nach ersten Erkenntnissen aber zu keiner Zeit bestanden. Christ gegen 11.30 Uhr: „Keiner der Mitarbeiter klagt über gesundheitliche Beeinträchtigungen.“

Ein Indiz, dass es sich nicht um eine giftige Substanz handelt, könnte das Fehlen eines Bekennerschreibens sein. Thomas Temmann: „Denn dann taucht in der Regel ein Bekennerschreiben auf. Die Täter wollen mit ihren Taten ja in die Öffentlichkeit.“ Ein Bekennerschreiben war am Montag nicht aufgetaucht.

Die Kreispolizeibehörde Unna hat zu allen drei Sachverhalten ein Strafverfahren eingeleitet. Nach Abschluss der Ermittlungen werden die Verfahren der zuständigen Staatsanwaltschaft übergeben. Auf den zu ermittelnden Verursacher kommen durch den Einsatz erhebliche Kosten zu, heißt es von der Kreispolizeibehörde Unna.

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Großeinsatz der Polizei am Stadthaus Werne wegen verdächtigem weißem Pulver

Ein verdächtiges weißes Pulver wurde im Stadthaus Werne gefunden. Polizei und Feuerwehr untersuchen die Situation.
08.04.2019
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Vorbereitung für den Einsatz des Messzuges aus Lünen, der das verdächtige Tütchen mit weißem Pulver bergen soll.© Jörg Heckenkamp
Polizei und Feuerwehr haben das Stadthaus Werne abgesperrt.© Jörg Heckenkamp
Einsatzbesprechung mit den beiden Wehrleuten des Messtrupps Lünen, die das Tüten mit dem weißen Pulver bergen sollten.© Jörg Heckenkamp
Bürgermeister Lothar Christ (r.) im Gespräch mit der Einsatzleitung.© Jörg Heckenkamp
Polizei und Feuerwehr haben das Stadthaus Werne abgesperrt.© Jörg Heckenkamp
Polizei und Feuerwehr haben das Stadthaus Werne abgesperrt.© Jörg Heckenkamp
Polizei und Feuerwehr haben das Stadthaus Werne abgesperrt.© Jörg Heckenkamp
Polizei und Feuerwehr haben das Stadthaus Werne abgesperrt.© Jörg Heckenkamp
Polizei und Feuerwehr sichern das Stadthaus Werne.© Jörg Heckenkamp
Polizei und Feuerwehr sichern das Stadthaus Werne.© Jörg Heckenkamp
Polizei und Feuerwehr sichern das Stadthaus Werne.© Jörg Heckenkamp
Polizei und Feuerwehr sichern das Stadthaus Werne.© Jörg Heckenkamp
Polizei und Feuerwehr sichern das Stadthaus Werne.© Jörg Heckenkamp
Polizei und Feuerwehr sichern das Stadthaus Werne.© Jörg Heckenkamp
Polizei und Feuerwehr sichern das Stadthaus Werne.© Jörg Heckenkamp
Polizei und Feuerwehr sichern das Stadthaus Werne.© Jörg Heckenkamp
Gegen 12 Uhr bauten Wehrleute eine Entgiftungsschleuse vor dem Stadthaus auf, die sie weniger später aber wieder demontieren konnten.© Jörg Heckenkamp
Im Stadthaus wurde verdächtiges Pulver entdeckt. Polizei und Feuerwehr sind vor Ort.© Mario Bartlewski
Polizei und Feuerwehr haben das Stadthaus Werne abgesperrt.© Mario Bartlewski
Polizei und Feuerwehr haben das Stadthaus Werne abgesperrt.© Mario Bartlewski
Polizei und Feuerwehr haben das Stadthaus Werne abgesperrt.© Mario Bartlewski
Polizei und Feuerwehr haben das Stadthaus Werne abgesperrt.© Mario Bartlewski

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