Brandstiftung in Gahmen: Angeklagter will im LSD-Rausch Feuer gelegt haben

dzLandgericht Dortmund

Bei einem Wohnungsbrand in Gahmen wurden im August 2018 vier Personen leicht verletzt. Zu Prozessbeginn in Dortmund erklärt der Brandstifter seine Tat mit einem zufälligen Drogenfund.

Gahmen

, 30.09.2019, 16:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Der 26-jährige Angeklagte gibt zu, den Brand in der Wohnung seiner Ex-Freundin gelegt zu haben. Die Frau war wenige Wochen vor der Tat mit ihrer kleinen Tochter in eine Mutter-Kind-Einrichtung nach Dortmund gezogen. Zuvor hatte es immer wieder Streit mit ihrem Partner gegeben, bei dem der Mann auch gewalttätig geworden sein soll. Auch Beleidigungen der übelsten Sorte soll der Lüner immer wieder ausgestoßen haben.

Einbruch am Vorabend

Weil er sich mit der anbahnenden Trennung jedoch nicht abfinden wollte, stieg der 26-Jährige am Abend vor dem Brand über den Balkon in die verwaiste Wohnung am Hirtenweg ein. Er holte sich etwas zu Essen und zu Trinken aus dem Kühlschrank, legte sich in das ehemals gemeinsame Bett und verbrachte nach eigenen Angaben eine unruhige Nacht.

Am nächsten Morgen wurde sein Zustand aber nur noch schlechter. „Ich fühlte mich entzügig, brauchte dringend Marihuana“, heißt es in einer Erklärung, die am Montag vor dem Dortmunder Schwurgericht von Verteidiger Marco Ostmeyer verlesen wurde. Wie ein Wahnsinniger will der Angeklagte deshalb die Wohnung seiner Ex-Freundin durchsucht haben und dabei ganz zufällig auf einen LSD-Trip gestoßen sein. „Ich wusste, dass mir das nicht bekommen würde, aber ich habe es trotzdem genommen“, verlas Ostmeyer weiter. Und: „Aus mir heute nicht mehr nachvollziehbaren Gründen habe ich dann den Schrank im Schlafzimmer angezündet.“

Vier Bewohner leicht verletzt

Bei dem Feuer erlitten vier Bewohner, die sich im Haus aufhielten, leichte Rauchgasvergiftungen. Die Feuerwehr konnte den Brand zwar schnell löschen. Doch die Räume waren nachher nicht mehr bewohnbar. „Alles war kaputt, stand unter Wasser oder stank nach Rauch“, sagte die Ex-Freundin des Angeklagten am Montag als Zeugin aus.

Die 30-Jährige muss seit der Tat eigenen Angaben zufolge eine Traumatherapie absolvieren. Vor allem der Umstand, dass der Angeklagte nach der Brandstiftung noch zu der Mutter-Kind-Einrichtung nach Dortmund gefahren und dort mit einem Stein ein Fenster eingeworfen haben soll, macht ihr schwer zu schaffen. „Der Stein hätte meine Tochter treffen können“, weinte die Zeugin am Montag. „Ich habe Angst vor ihm und empfinde heute nur noch Hass.“

Rechtlicher Hinweis auf Mordversuch

Die Staatsanwaltschaft hat den 26-Jährigen ursprünglich „nur“ wegen schwerer Brandstiftung angeklagt. Das Dortmunder Schwurgericht hat dem Mann allerdings bereits den Hinweis erteilt, dass auch eine Verurteilung wegen versuchten Mordes und gefährlicher Körperverletzung in Betracht kommt. In diesem Fall müsste der Lüner mit einer erheblichen Haftstrafe rechnen.

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