Borker Haus Kampmann will aus dem Dornröschenschlaf erwachen

Bauarbeiten

Schandfleck, Ruine, „Lost place“: Das ehemalige Haus Kampmann in Bork hatte sich in den vergangenen Jahren zu einem Dauerärgernis entwickelt. Die Zeiten scheinen jetzt aber vorbei zu sein.

Bork

, 24.08.2018 / Lesedauer: 3 min
Borker Haus Kampmann will aus dem Dornröschenschlaf erwachen

Haus Kampmann am Ortseingang Bork. Das Gerüst signalisiert: Es geht voran. vom Hofe

Seit fast zehn Jahren steht es leer: das rot geklinkerte Haus an der Lünener Straße. Einige Fenster sind inzwischen zugemauert. Andere mit der Aufschrift „Ristorante“ stecken blind und zersprungen im Rahmen. Im Dach klaffen Löcher, und am Giebel prangen Graffiti. Wie dem Schandfleck beizukommen sei, haben Vertreter von Rat und Verwaltung schon manches Mal diskutiert – ohne Erfolg. Jetzt scheint von selbst Bewegung in die Sache zu kommen, wie das vor wenigen Tagen aufgestellte Gerüst zeigt.

„Es geht jetzt voran“, sagt Anjelika Axenfeld am Telefon, „endlich“. Seit rund fünf Jahren ist sie Eigentümerin der Immobilie. „Eigentlich“, sagt sie, „wollten wir schon fertig sein“. Doch dazu habe die Genehmigung gefehlt. Das Problem: Das mehr als 100 Jahre alte Haus steht zu nah an der Grundstücksgrenze zum benachbarten Gartenbaubetrieb.

Zwei Meter zu nah an die Grenze gerückt

Axenfeld musste zugestehen, zwei Meter vom Haus abzuschneiden, bevor sie die Genehmigung erhielt, ihr Bauvorhaben umzusetzen: „Dabei sind wir gerade“, sagt sie: Haus einkürzen, Giebel neu mauern – das ist nicht der Anfang. „Wir hatten schon innen einiges gemacht, da müssen wir aber jetzt wieder ran.“

Borker Haus Kampmann will aus dem Dornröschenschlaf erwachen

Ursprünglich war das rund 100 Jahre alte Haus Kampmann ein Fachwerkhaus, wie diese undatierte Postkarte zeigt.

Die Hauptsache ist für Anjelika Axenfeld , ihren Mann und die beiden Kinder, dass die Zeit des Stillstands vorbei sei. „Wir wohnen zurzeit in Dortmund“, sagt sie. Dort ist auch ihr Unternehmen ansässig: die „Atlanta Ambulante Pflegestation“. „Zum Arbeiten ist Dortmund sehr gut.“ Zum Wohnen wünsche sie sich für ihre Familie aber einen ruhigeren Platz: Bork. Über die Immobiliensuche seien sie und ihr Mann auf Bork gekommen. „Dahin hatten wir vorher keine Verbindungen.“

Als noch die Vereine ein und aus gingen

Familie Axenfeld plant den Umbau des Hauses allein zu einem hellen Wohnhaus. An eine gewerbliche Nutzung sei nicht gedacht. Die hatte das Gebäude seit seiner Entstehung begleitet. „Meine Eltern haben bis 1964 die Gaststätte geführt“, sagt Heinz Kampmann. Viele Vereine, ob ADAC oder Feuerwehr, hätten sich dort getroffen. Es wurde gegessen, getrunken gekegelt, früher auch eingekauft. Denn ursprünglich gab es neben dem Gasthaus auch noch einen Tante-Emma-Laden.

Als der Niegergang begann

1964 begann für die Wirtsleute Heinrich und Elisabeth Kampmann der Ruhestand. Die beiden zogen in ihr neu gebautes Haus auf der anderen Straßenseite. Die Gastronomie-Tradition endete damit aber nicht. Haus Kampmann wurde Ristorante. Das ging lange gut, bis das letzte Pächterpaar erkrankte. Dessen Sohn übernahm den Betrieb. Kampmann sah von nun an keine Pacht mehr, wie er sagt. Die Insolvenz des säumigen Zahlers habe ihn auf einem Haufen Forderungen lassen. „Danach hatte ich keine Lust mehr zu verpachten.“ Der Gedanke zum Verkauf reifte.

Dass jetzt wieder Bewegung in die Bauarbeiten kommt, freut auch Heinz Kampmann. Auch wenn das Gebäude, von dem bereits Saal, Küche und Kegelbahn abgerissen sind, schon lange nicht mehr sein Eigentum ist: Verbunden fühlt er sich weiter damit. Deshalb sei es jetzt auch schön, wenn nicht mehr vom „Schandfleck Haus Kampmann“ die Rede zu sein brauche. Wann sie damit rechnet, einzuziehen? Axenfeld lacht. „Da ist noch viel zu tun.“

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