Bonner Professor will Merkel an CDU-Spitze ablösen

Der Bonner Völkerrechtler Matthias Herdegen will beim CDU-Parteitag für den Parteivorsitz kandidieren und damit voraussichtlich gegen Bundeskanzlerin Angela Merkel antreten. „Es geht mir darum, ein Zeichen zu setzen dafür, dass die Grundwerte der CDU nach wie vor lebendig sind und wir nicht zufrieden sind mit dem lediglich situativen Moderieren der schwierigen Situation“, sagte der 61-Jährige der „Welt“ (Samstag). „Wer immer nur auf Sicht fährt, ohne einen inneren Kompass, der riskiert, im Blindflug zu enden.“ Der Jurist sagte, er teile ein „sehr verbreitetes Gefühl in unserer Partei“ und einen „besorgniserregend tief verwurzelten Eindruck in sehr großen Schichten der Wählerschaft der Union“, dass der „notwendige innere Aufbruch“ der Partei nur mit einer Erneuerung an der Spitze gelingen könne.

06.10.2018, 14:28 Uhr / Lesedauer: 1 min

Merkel steht seit 18 Jahren an der Spitze der CDU. Kürzlich hatte sie erkennen lassen, dass sie beim Parteitag in Hamburg Anfang Dezember erneut kandidieren will. Ob dies tatsächlich so kommt, dürfte sich erst nach den Wahlen in Bayern und Hessen entscheiden.

Vor Herdegen hatten der 26-jährige Berliner Jura-Student Jan-Philipp Knoop und der 61-jährige hessische Unternehmer Andreas Ritzenhoff angekündigt, für den CDU-Vorsitz zu kandidieren.

Merkel wird am Samstag beim Deutschlandtag der Jungen Union in Kiel erwartet. Die Konferenz dürfte eine Art Seismograph dafür sein, wie viel Rückhalt die CDU-Chefin noch in der Union hat. Der Unions-Nachwuchs hat fast all jene als Gastredner gewonnen, die in CDU und CSU als Kritiker und Unterstützer Merkels einen Namen haben.

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