Bochum wird zum Zentrum für IT-Sicherheit - 6000 Arbeitsplätze auf ehemaliger Opelfläche

Fläche Mark 51/7

Nach dem Aus für das Opel-Werk hat sich Bochum nicht nur zum Zentrum für IT-Sicherheit entwickelt, sondern durch Forschung auch deutschlandweit an die Spitze katapultiert.

Bochum

03.12.2019, 09:00 Uhr / Lesedauer: 2 min
Bochum wird zum Zentrum für IT-Sicherheit - 6000 Arbeitsplätze auf ehemaliger Opelfläche

Der Blick auf das ehemalige Opel-Gelände mit der ehemaligen Firmenzentrale (l) und dem neuen DHL Postzentrum (r.). 60 Prozent der Fläche sind bereits vermarktet, dadurch sollen 6000 Arbeitsplätze entstehen. © dpa

Das ehemalige Werksgelände von Opel in Bochum soll zu einem Zentrum der Forschung und Entwicklung auf dem Gebiet der Internetsicherheit werden. Unter anderem wird dort das neue Max-Planck-Institut für Cybersicherheit und Schutz der Privatsphäre angesiedelt.

„Bochum ist in Deutschland der erste Standort, wenn es um Cybersicherheit geht“, sagte der Gründungsdirektor des Instituts, Prof. Christof Paar, am Montag bei der Vorstellung der Pläne. Und schwärmte laut WAZ regelrecht von Bochum: „Hier hat sich Spitzenforschung etabliert. Bochum ist der Standort in Deutschland, der die meisten Start-up-Unternehmen in der Cybersicherheit hervorbringt.“

Bochum hat sich durch Forschung zum Spitzenstandort etabliert

Auf dem früheren Werksgelände wird sich auch die IT-Sicherheitsfirma und Bosch-Tochter Escrypt ansiedeln. „Escrypt ist als klassisches Startup aus der Bochumer Sicherheitsforschung hervorgegangen und nun einer der weltweiten Marktführer für automobile Datensicherheit“, sagte Paar. Das sei ein Beispiel, wie Spitzenforschung den Strukturwandel unterstützen können.

So ist das Horst-Görtz-Instituts (HGI) der Ruhr-Uni Bochum die wichtigste universitäre Forschungseinrichtung für Cybersicherheit in Deutschland, schrieb jüngst auch die Rheinische Post. 1000 Studierende lernen hier, damit ist das HGI die größte europäische Talentschmiede im Bereich IT-Sicherheit. „Der Pulsschlag aus Stahl wird digital“, titelte die RP.

60 Prozent der Opelfäche sind vermietet

Am 5. Dezember 2014 war in Bochum der letzte Opel vom Band gelaufen. Nach 52 Jahren ging damit die Ära der Autoproduktion zu Ende, die als Ausgleich für die Arbeitsplatzverluste im Bergbau gedacht war. Bis zu 20.000 Menschen arbeiteten zeitweise in dem Bochumer Werk und montierten Kadett und Manta, Astra und Zafira. Als Opel die Bänder abstellte, waren es noch etwas mehr als 3000.

Nach Angaben der Entwicklungsgesellschaft „Bochum Perspektive.2022“ sind inzwischen für etwa 60 Prozent der ehemalige Opelfläche neue Nutzer gefunden worden, die mehr als 6000 Arbeitsplätze schaffen wollen. So zeigte sich der Bochumer Bürgermeister Thomas Eiskirch stolz am Montag.

Im vergangenen Monat hatte die Deutsche Post auf dem Gelände ein großes Paketzentrum eröffnet, in dem 600 Mitarbeiter arbeiten sollen. Folgen soll neben dem Max-Planck-Institut und Escypt auch babymarkt.de.

kar/dpa

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