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Bioabfallverwertung - so geht es richtig!

Biotonne und Eigenkompostierung ergänzen sich

Das Umweltbundesamt (UBA) sieht die Eigenkompostierung nicht als Alternative zur Getrenntsammlung an, sondern als eine sinnvolle Ergänzung dazu, sofern sie fachgerecht betrieben wird.

GWA Kreis Unna
29.03.2019 / Lesedauer: 3 min
Bioabfallverwertung - so geht es richtig!

Die wertvollen Inhaltsstoffe des Bioabfalls sollten im Kreislauf bleiben und weiter genutzt werden. Pixabay © GWA

„Bioabfall ist zu schade zum Verbrennen. Die wertvollen Inhaltsstoffe sollen im Kreislauf bleiben und weiter genutzt werden. Kompost ist ein Naturdünger und Bodenverbesserer, er kann Kunstdünger mehr als ersetzen“, sagt Dorothee Weber, Abfallberaterin der Gesellschaft für Wertstoff- und Abfallwirtschaft Kreis Unna mbh (GWA). Rechtliche Vorgaben, die die Verwertung aller kompostierfähigen Abfälle vorschreiben, finden sich u.a. im Kreislaufwirtschaftsgesetz, Landesabfallgesetz NRW, den Satzungen des Kreises Unna und der Kommunen.

Damit sämtliche auf einem Grundstück anfallenden kompostierfähigen Abfälle verwertet werden, gibt es einen Anschluss- und Benutzungszwang an die Biotonne für jeden Haushalt. Dieser ist in der Abfallsatzung der Stadt/Gemeinde festgelegt.

Ausnahmefälle


Werden sämtliche kompostierfähigen Abfälle (alles, was in die Biotonne soll) eines Grundstücks nachweislich auf demselben Grundstück fachgerecht kompostiert und auch verwertet, ohne dass das Wohl der Allgemeinheit gefährdet ist, besteht die Möglichkeit auf einen Befreiungsantrag. Allerdings sind die Anforderungen an eine fachgerechte Kompostierung laut UBA sehr hoch. So empfiehlt das UBA z.B. eine freie Gartenfläche von mindestens 50 Quadratmeter pro Bewohner, auf die der fertige Kompost aufgebracht werden kann.

Bioabfallverwertung - so geht es richtig!

Die Eigenkompostierung muss fachgerecht sein. © GWA

Das Umweltbundesamt sieht die Eigenkompostierung als eine sehr sinnvolle Ergänzung zur Biotonne an, die jedem Haushalt im Kreis Unna in verschiedenen Größen zur Verfügung gestellt wird.

Biotonne seit 1994


Die Biotonne gibt es im Kreis Unna bereits seit 25 Jahren. Kompostierbare Küchen- und Gartenabfälle gehören da hinein, also beispielsweise Bananenschalen, Laub, Rosenschnitt, „Unkraut“ oder Kaffeefilter.

Bioabfallverwertung - so geht es richtig!

Die Eigenkompostierung muss fachgerecht sein. © GWA

Nicht kompostierbare Abfälle wie z.B. Blumentöpfe, Tapeten, Verpackungen, Erde, Holz, Steine sowie die im Einzelhandel oft beworbenen „kompostierbaren Kunststoffbeutel gehören nicht in die Biotonne. Damit das System und die Verarbeitung der Bioabfälle zum gütegeprüften GWA-Qualitätskompost und Bodenverbesserer „Lumbricus“ gut funktioniert, müssen die Abfälle richtig sortiert werden.

Wer sich für eine Eigenkompostierung mit Befreiung von der Biotonne entscheidet, sollte sich das gut überlegen. Hier ist neben Fachkunde auch viel Engagement und Arbeit gefragt. „Wer sich nicht richtig auskennt, unterschätzt oft den Aufwand. Außerdem kann unsachgemäßes Kompostieren Ungeziefer anlocken oder durch Fäulnisprozesse zu Geruchsbelästigungen führen. Ebenso muss bei der Kompostanwendung eine Überdüngung vermieden werden, denn das ist schlecht für das Grundwasser“, warnt GWA-Abfallberaterin Dorothee Weber.

„Alibi-Kompostierung“


Eigenkompostierung nur bequem zu kompostierender Bioabfälle und Entsorgung der anderen Bioabfälle über die Restmülltonne ist einerseits nicht zulässig und andererseits im Sinne des Umweltschutzes und der Gebührengerechtigkeit auch nicht akzeptabel. Sinnvoll ist die Kombination aus Eigenkompostierung und (kleiner) Biotonne. In einigen Kommunen besteht auch die Möglichkeit auf eine Gemeinschaftsbiotonne. Die Vorteile liegen auf der Hand: Sämtliche Bioabfälle werden – wie gesetzlich vorgeschrieben – zu günstigen Konditionen verwertet (Kosten im Kreisdurchschnitt für Abholung und Verwertung: 2,30 Euro pro Abfuhr alle 14 Tage). Und das ist gut für den jeweiligen Haushalt und natürlich für die Umwelt.

MonTakt_E-Paper-Ausgabe_Samstag, 30. März (398 kB)

Mehr Infos zur Biotonne/Eigenkompostierung unter www.gwa-online.de oder Telefon 02303 / 284-0.
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