Bild aus Oetker-Sammlung geht zurück an jüdische Eigentümer

Das Bielefelder Familienunternehmen Dr. Oetker gibt ein weiteres Gemälde zurück an die Nachkommen jüdischer Besitzer, die von den Nazis verfolgt worden sind. Vorausgegangen war eine jahrelange Suche nach den Erben des 1939 im Konzentrationslager Buchenwald ermordeten Kunstsammlers Leo Bendel, wie die Oetker-Gruppe am Mittwoch mitteilte.

20.11.2019, 14:20 Uhr / Lesedauer: 1 min

Von den Nationalsozialisten verfolgt, hatte Bendel sich gezwungen gesehen, 1937 seine Kunstsammlung an die Galerie Heinemann in München zu verkaufen - darunter auch das Gemälde „Der Hexenmeister“ von Carl Spitzweg. Caroline Oetker, Frau des Unternehmensgründers August Oetker, erwarb es im selben Jahr und vermachte es später ihrem Enkel Rudolf-August. Spitzweg gilt als einer der bekanntesten deutschen Künstler des Biedermeiers und der Romantik.

Die Aufarbeitung der Herkunft der rund 1700 Kunstgegenstände aus der Oetker-Sammlung läuft seit 2016 und ist noch nicht abgeschlossen. Bislang gab es sieben Funde, bis auf einen gingen sie zurück an die Familien der ursprünglichen Besitzer. Nach der Untersuchung von mehr als 300 Gemälden nehmen Experten nun die Geschichte von Aquarellen, Silber- und Porzellangegenständen unter die Lupe.

Diese Suche in der eigenen Unternehmenssammlung gilt als beispielhaftes Engagement. Dabei hält sich Oetker an die internationalen Washingtoner Prinzipien. Diese regeln die Rückgabe der Kunstwerke oder finanzielle Entschädigungen und gelten eigentlich nur für öffentliche Häuser.

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