Biathleten mit ansteigender Formkurve

Die Heim-Weltcups in Oberhof und Ruhpolding können kommen für die Biathleten. Nach der Ernüchterung in Österreich vor einer Woche präsentierte sich das deutsche Team beim letzten Weltcup des Jahres in Frankreich in vielversprechender Form. Es gab aber auch Ärger.

22.12.2019, 13:14 Uhr / Lesedauer: 2 min

Denise Herrmann zeigte die Faust und freute sich über ihre ansteigende Form, Olympiasieger Arnd Peiffer verabschiedete sich dagegen stinksauer in die Weihnachtspause.

„Es war ein total absurdes Rennen“, sagte der Einzel-Weltmeister nach dem ersten Massenstart des Jahres im französischen Le Grand-Bornand. Beim fünften Sieg des Norwegers Johannes Thingnes Bö im siebten Saison-Rennen war Peiffer als Siebter bester deutscher Skijäger. Und dennoch frustriert. „Es hat irgendwie keinen Spaß gemacht. Die Strecke war so, dass sie in der Mitte einigermaßen laufbar war, links und rechts hat man sich fast überschlagen. Die Strecke ist für den Massenstart also völlig ungeeignet“, sagte der Routinier, der sich aber wenigstens über die WM-Norm freuen konnte.

Im strömenden Regen vergab Verfolgungsweltmeisterin Denise Herrmann wenig später das erste Damen-Podest in diesem Winter im letzten Schießen. Die 31-Jährige beendete ihr tolles Biathlon-Jahr mit dem Gewinn des Titels im vergangenen März als Massenstart-Fünfte, Franziska Preuß wurde starke Achte - und das nach dem historischen Damen-Debakel zuletzt in Hochfilzen. „Die Damen haben sich zurückgekämpft“, sagte Olympiasiegerin Laura Dahlmeier, die nach ihrem Rücktritt erstmals als ZDF-Expertin dabei war.

„Die erste Woche war gut, die dritte Woche war auch gut, dazwischen hatte ich ein kleines Tief. Aber so schnelllebig ist Biathlon“, sagte die frühere Langläuferin Herrmann im ARD-Hörfunk. „Ich hoffe, dass ich an die Ergebnisse anschließen kann im neuen Jahr.“ Dann geht es bei den Heim-Weltcups in Oberhof und Ruhpolding weiter.

Der Pechvogel in Frankreich freilich war Johannes Kühn. Der 28-Jährige blieb als nur einer von zwei Skijägern im Massenstart am Schießstand fehlerfrei - lag als 14. im Schlussklassement aber über zwei Minuten hinter Seriensieger Bö, der nun eine Baby-Pause einlegen will. „Ich habe mir den Ski gebrochen nach ungefähr 200 Metern. Da war das Rennen gelaufen“, sagte der 28-Jährige dem ARD-Hörfunk. „Ich hätte auch Letzter werden können, es wäre mir wurscht gewesen.“ Kühn musste den Ski noch einmal wechseln, der zweite, sagte er, „war dann halbwegs gewachst“. Ohne die Probleme wäre der Bayer als zweiter deutscher Skijäger nach Sprintsieger Benedikt Doll in Frankreich wohl auf das Podest gelaufen.

Während Peiffer, Kühn und Doll sowie Herrmann und Preuß bereits für die Titelkämpfe im Februar in Antholz planen dürfen, steht der frühzeitig aus Frankreich abgereiste Erik Lesser noch mit leeren Händen da. Philipp Horn und Simon Schempp haben wenigstens die halbe Norm in der Tasche.

Ex-Weltmeister Schempp zeigte am Samstag in der Verfolgung eine bärenstarke Aufholjagd von Platz 32 auf Rang zehn. Bester Deutscher war einmal mehr Doll als Fünfter gewesen. „Ich freue mich sehr über mein Rennen“, sagte Schempp. Als einer von nur vier Skijägern war der Schwabe am Schießstand fehlerfrei geblieben.

Auch Schempps Freundin Franziksa Preuß war mit Platz sieben im Jagdrennen hinter der sechstplatzierten Herrmann guter Dinge gewesen. Nach dem Massenstart-Wettkampf war die 25-Jährige völlig fertig. „Das war ein Überlebenskampf. Das war richtig hart. Ich bin am Ende der Kräfte. Jetzt freue ich mich auf die kurze Pause daheim.“

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