Beziehungsdrama: Raub im Hafturlaub?

dzLandgericht

Kaum entlassen, schon wieder rein ins Gefängnis? Nach einem Beziehungsdrama wehrt sich ein Mann aus Schwerte gegen eine erneute Haftstrafe. Diesmal geht es um einen Raub.

Schwerte/Hagen

, 11.12.2018 / Lesedauer: 3 min

Manchmal läuft auch alles schief. Ausgerechnet beim Hafturlaub soll sich ein 43-jähriger Mann aus Schwerte wieder strafbar gemacht haben. Das mutmaßliche Opfer: seine Ex-Freundin.

Es war der 23. Juni 2017, als der Angeklagte in seiner Heimatstadt auf seine ehemalige Partnerin traf. Er selbst saß damals eigentlich noch in Strafhaft, durfte das Gefängnis zum Wochenende hin aber vorübergehend verlassen. 13 Monate hatte er damals insgesamt abzusitzen – weil er immer wieder ohne Führerschein Auto gefahren ist. Das sagt er zumindest.

Rucksack mit Schlüssel und Handy entrissen

Wie es heißt, hatte seine Freundin die Beziehung während seiner Haftzeit beendet. Damit kam er offenbar nicht klar. „Er machte ihr Vorwürfe“, hieß es vor Gericht. Es kam zum Streit, in dessen Verlauf er ihr einen Rucksack samt Wohnungsschlüssel und Handy entrissen haben soll.

Ein Raub, hatte das Schöffengericht Hagen ein Jahr später, im Juni 2018, geurteilt und anderthalb Jahre Haft ohne Bewährung verhängt. Weil der Schwerter dagegen Berufung eingelegt hat, musste sich am Dienstag nun auch das Landgericht Hagen mit dem Fall befassen.

"Wollte nur meine Klamotten wiederhaben"

Warum es überhaupt zu der Eskalation gekommen ist, erklärte der 43-Jährige am Rande des Prozesses so: Seine Ex-Freundin habe während seiner Haftzeit nicht nur die Beziehung beendet, sondern auch seine Wohnung leergeräumt. „Ich wollte doch nur meine Klamotten wiederhaben.“ Die seien schließlich bei ihr in der Wohnung gewesen. Nur deshalb habe er den Schlüssel an sich genommen.

Ob dabei wirklich Gewalt im Spiel war, ist allerdings umstritten. Verteidiger Clemens Louis hatte im ersten Prozess sogar Freispruch beantragt, die Staatsanwaltschaft hätte sich offenbar mit einer Geldstrafe zufrieden gegeben. Doch die Richter sahen den Fall in erster Instanz anders. Sie hielten es für zwingend erforderlich, dass der 43-Jährige wieder „einfährt“.

Neuer Prozesstermin im April

Strittig ist allerdings auch, ob das Handy, das sich der Angeklagte damals genommen haben soll, wirklich der Ex-Freundin gehörte. Vielleicht, so hieß es im Prozess, war es auch das der Tochter des Angeklagten.

Gefängnis oder nicht: Für den Schwerter steht im Berufungsprozess nicht weniger als seine Freiheit auf dem Spiel. Die Richter der 8. Berufungskammer am Hagener Landgericht wollen den Fall deshalb ganz genau aufklären. Doch das ist am Dienstag schiefgegangen. Weil sich eine Zeugin überraschend krankgemeldet hatte, wurde der Prozess auf April 2019 vertagt. Bis zu einem erneuten Urteil bleibt der 43-Jährige natürlich weiter auf freiem Fuß.

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