Sohn gesteht Tötung seiner pflegebedürftigen Mutter

Vor dem Bonner Landgericht hat ein 56-Jähriger zugegeben, seine pflegebedürftige Mutter erstochen zu haben. Direkt zu Beginn des Prozesses legte der Mann am Donnerstag ein Geständnis ab. Der Lagerist soll die 90-Jährige Ende Juni mit einem gezielten Stich ins Herz getötet haben, weil er mit ihrer Pflege überfordert gewesen sein soll. Nach der Tat lebte er laut Anklage noch drei Tage lang mit der Leiche in der gemeinsamen Wohnung in Meckenheim, ehe er den hausärztlichen Notdienst rief.

05.12.2019, 03:19 Uhr / Lesedauer: 1 min
Sohn gesteht Tötung seiner pflegebedürftigen Mutter

Der Eingang des Landgerichtes inn Bonn. Foto: Daniel Naupold/dpa/Archivbild

Seine Mutter sei im Laufe der Zeit immer dominanter und fordernder geworden und habe ihn wie ein Kleinkind behandelt, erklärte der Angeklagte. Zwei Tage nach ihrer Klinikentlassung sei die Situation eskaliert. Als die Mutter ihn nachts zum vierten Mal aus dem Schlaf riss, weil sie zur Toilette musste, habe er nur gedacht: „Das kann doch nicht wahr sein.“ Er habe ein Steakmesser genommen und sich an das Bett seiner Mutter gestellt. „Sie hat mich angeguckt, und da habe ich zugestochen.“ Er könne sich die Tat nicht erklären. „Das passt nicht zu mir. Ich kann mir das alles nicht verzeihen“, sagte er.

Nach dem Tod des Vaters 1995 habe der alleinstehende Sohn sein Leben ganz der Mutter gewidmet und sie seit 2006 gepflegt. Als sie nach einem Oberschenkelhalsbruch aus dem Krankenhaus kam, sei sie in noch schlechterer Verfassung gewesen. Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass der Angeklagte im Zustand verminderter Schuldfähigkeit handelte.

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