Beten und Singen auf 40-Kilometer-Strecke bei Wallfahrt

Die Fußwallfahrt von Osnabrück ins münsterländische Telgte zieht seit Jahrzehnten Pilgern an. An diesem Wochenende ist es wieder so weit - der Tross startet mitten in der Nacht in Osnabrück.

05.07.2019 / Lesedauer: 3 min
Beten und Singen auf 40-Kilometer-Strecke bei Wallfahrt

07.07.2018, Niedersachsen, Glandorf: Pilger der 166. Telgter Wallfahrt gehen auf einer Straße. Foto: Friso Gentsch/Archivbild

Rund 40 Kilometer Landstraße liegen zwischen der niedersächsischen Bischofsstadt Osnabrück und dem münsterländischen Wallfahrtsort Telgte. Am Samstag werden wieder Tausende Gläubige aus den Bistümern Münster und Osnabrück und anderen Regionen diesen Weg zu Fuß zurücklegen, um die Osnabrücker Wallfahrt nach Telgte zu begehen. 1852 machten sich fromme Katholiken aus Osnabrück zum ersten Mal auf dem Weg - in diesem Jahr findet das fröhlich-sportliche Glaubensfest zum 167. Mal statt.

Seit 34 Jahren organisiert der heute 77 Jahre alte Karl-Heinz Schomaker aus Osnabrück als Technischer Leiter die Wallfahrt. „Ich mache das, solange ich das körperlich und geistig noch durchstehe“, sagt der frühere Kaufmann. Für den Geistlichen Leiter, Domkapitular Hermann Wieh, sei es nach 20 Jahren hingegen die letzte Wallfahrt - er scheide offiziell aus seinem Amt, sagte Schomaker.

Auf dem Weg singen und beten die Pilger abwechselnd, immer unterbrochen von dreiminütigen Pausen, wie Schomaker erzählt. 18 inzwischen per Funk miteinander verbundene Vorbeter leiten die in Gruppen aufgeteilte Pilgerschar. Die Funkgeräte seien im vergangenen Jahr erstmals ausprobiert worden. Damit sei es möglich, dass die Gruppen exakt gleichzeitig mit dem Beten und Singen beginnen. Für die Teilnehmer bedeute das ein riesiges Gemeinschaftserlebnis.

Vom Wetter her dürften die Bedingungen in diesem Jahr ideal sein: Die Meteorologen versprechen einen nicht allzu heißen Tag, und auch gelegentlicher Regen könnte fallen. „Dauerregen ist ein großes Problem, Dauerhitze ist ein großes Problem“, sagte Schomaker. Die angekündigten 23 Grad kämen den Wallfahrern aber entgegen.

Der Zug formiert sich am frühen Samstagmorgen in der Osnabrücker Innenstadt. An der evangelischen Lutherkirche ist um 3.00 Uhr Aufbruch. Von Station zu Station - alle 8 bis 12 Kilometer wird laut Schomaker Rast gemacht - stoßen andere Wallfahrtsgruppen dazu. Gegen 15.45 Uhr ist der Einzug in Telgte geplant. Dann könnten durchaus 7500 Pilger im bis zu anderthalb Kilometer langen Tross sein, schätzt Schomaker. Der Osnabrücker Bischof Franz-Josef Bode begleitet einen Teil der Wallfahrt und feiert am Sonntagmorgen in Telgte eine Pilgermesse. Die Schlussandacht ist gegen 19.00 Uhr in der Kirche Peter und Paul in Georgsmarienhütte.

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