Bei Tierwohl besser Freiwilligkeit: Pflanzenschutz präziser

Im Streit um den besten Weg zu mehr Tierwohl in der Landwirtschaft setzt der Agrarhandelskonzern Agravis auf die freiwillige Teilnahme von Bauern. Dies sei besser geeignet als schärfere bindende Regeln für alle, sagte Vorstandschef Dirk Köckler der Deutschen Presse-Agentur in Hannover. Die von Landwirtschaft und Lebensmittelhandel getragene Brancheninitiative Tierwohl sieht unter anderem bestimmte Ziele für den Marktanteil derjenigen Tiere vor, die mit höheren Standards wie mehr Platz im Stall gehalten werden.

25.12.2019, 11:50 Uhr / Lesedauer: 1 min

„Bei Schweinefleisch haben wir dort zum Beispiel ein Segment von 20 Prozent Tierwohl“, erklärte Köckler. „Wenn ich aus den 20 Prozent schrittweise 40 Prozent mache, habe ich unter Tierwohl-Aspekten etwas getan, habe ich Verbraucherwünschen entsprochen und auch Landwirte überzeugt, in solch ein Produktionsverfahren einzusteigen.“ Dieser „modulare Ansatz“ dürfte aus seiner Sicht langfristig bessere Ergebnisse bringen als staatlicher Zwang.

Beim umstrittenen Unkrautgift Glyphosat sehen Pläne der Bundesregierung ein Verbot Ende 2023 vor. Köckler sagte, Pflanzenschutz habe im Ackerbau für Weizen, Gerste, Raps, Zuckerrüben und Mais eine zentrale Rolle. Neue Techniken für präziseres Spritzen könnten den Gebrauch aber mindern. „Im Gesamtvolumen sind Pflanzenschutz-Umsätze tendenziell rückläufig, der Einsatz von Glyphosat wurde in den letzten fünf Jahren deutlich reduziert.“

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