Bei Straßen.NRW wissen sie nicht, was sie tun - das hat Folgen für den Straßenverkehr

dzJetzt mal unter uns

An Baustellen führt im Stauland NRW kein Weg vorbei. Davon können auch Lünens Verkehrsteilnehmer ein Lied singen. Deren Geduld wurde diese Woche besonders hart auf die Probe gestellt.

Lünen

, 31.08.2019, 16:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Denn sie wissen nicht, was sie tun! Anders ist es nun wirklich nicht zu erklären, was die Damen und Herren von Straßen.NRW (Gelsenkirchen, Bochum) sich diese Woche in Lünen geleistet haben - und hoffentlich nicht wiederholden werden.

Wegen des geplanten Baus eines Regenrückhaltebeckens an der vielbefahrenen Dortmunder Straße (B54) richtete eine Baufirma im Auftrag des Landesbetriebes am Montag (26.) pflichtbewusst eine „Baustellenzufahrt“ im Kreuzungsbereich B54/B236 ein. Dabei wurde eine der beiden Linksabbiegespuren Richtung B236 für den Verkehr gesperrt.

Ebenso pflichtbewusst baute dieselbe Baufirma diese Baustellenzufahrt einen Tag später, am Dienstagnachmittag (27.), wieder ab. Dieses Mal im Auftrag der Stadt. Die hatte nämlich über ihre Beschwerdestelle im Laufe des Tages mitbekommen, dass auf der Dortmunder Straße nicht nur ein Verkehrschaos herrschte, sondern, was die ganze Sache noch viel schlimmer machte, auf der Baustelle überhaupt nicht gearbeitet wurde - entgegen der Ankündigung von Straßen.NRW.

Was den unnötigerweise im Stau stehenden Verkehrsteilnehmern vermutlich die Zornesröte ins Gesicht und - ungeachtet der ohnehin schon tropischen Außentemperaturen - die Schweißperlen auf die Stirn trieb, tangierte die Mitarbeiter von Straßen.NRW in ihren (klimatisierten?) Büros eher wenig. Zumindest wirkte das am Telefon so.

Das mag auch daran gelegen haben, dass Straßen.NRW in der Pressemitteilung von Freitag, 23. August, selbst erklärt, dass mit „großen Verkehrsbehinderungen zu rechnen“ ist und den Verkehrsteilnehmern von Montag an empfohlen wird, die Baustelle nach Möglichkeit weiträumig zu umfahren. Von daher ist doch selbst schuld, wer diesen weisen Rat nicht befolgt, mag man sich bei Straßen.NRW gedacht haben.

Auf die Frage unserer Redaktion, warum auf der Baustelle denn nicht wie angekündigt gearbeitet wurde, hieß es lediglich:

„Am Montag wurden da noch Vermessungsarbeiten durchgeführt. Die Firma war wohl der Meinung, dass am Dienstag mit dem Bau der Zufahrt für das Rückhaltebecken begonnen wird.“

Unabhängig davon, hieß es weiter, müsste der Kampfmittelräumdienst der Bezirksregierung Arnsberg noch einige Bombenverdachtspunkte rund um die Baustelle unter die Lupe nehmen und, dass erst Ende September mit dem Bau des Regenrückhaltebeckens begonnen werde. Womit wir beim nächsten Klopper des Landesbetriebes wären.

Laut Pressemitteilung vom Donnerstag (29.) kommt es ab Freitag (30.)!!! „auf der B236 im Streckenabschnitt zwischen der A2-Anschlussstelle Dortmund-Nordost und der Kreuzung B236/B54 zu einem Engpass. Für eine Woche steht dem Verkehr in jeder Fahrtrichtung nur ein Fahrstreifen zur Verfügung. Hier wird nach Kampfmitteln aus dem 2. Weltkrieg gesucht“. Oder vielleicht doch nicht?

Auf Nachfrage unserer Redaktion stellt sich ganz schnell heraus, dass so gut wie nichts stimmt in der Mitteilung:

  • Die Bombensuche beginnt nicht am Freitag, 30. August, sondern erst am Donnerstag, 5. September.
  • Außerdem werden keine Fahrspuren gesperrt, die vorhandenen stehen nur „verengt“ zur Verfügung.

Trotz dieser Fehlermeldung bleiben sie bei Straßen.NRW cool: „Ach, da hat sich der Kollege wohl auf einen veralteten Zeitplan berufen. Nur gut, dass wir telefoniert haben.“

Meine sehr verehrten Damen und Herren von Straßen.NRW,

ich habe da eine Bitte im Namen aller genervten Verkehrsteilnehmer:

Bevor Sie das nächste Mal im Blindflug eine Baustelle einrichten lassen überprüfen Sie doch bitte vorab intern, wann denn nun tatsächlicher Baustart ist. Es kann Ihnen doch nicht völlig egal sein, dass nicht zuletzt Berufspendler unnötiger Weise oder länger als nötig im Stau stehen.

Hochachtungsvoll

Torsten Storks

Einmal in der Woche sprechen Mitglieder der Redaktion „mal unter uns“ über Themen, die sie und Lünen beschäftigen. Mal hitzig, mal pointiert, mal einfach geradeaus - aber immer bereit, sich der Diskussion zu stellen.
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