Bei Christian Bruhn singt das ganze Kino mit

dz„Wickie“ und „Heidi“

Dieser Mann ist eine echte Hitmaschine, hinter der sich selbst Dieter Bohlen verstecken muss. 2500 Lieder hat Christian Bruhn geschrieben, viele wurden Hits. Jetzt swingte er beim Kinofest.

Lünen

, 24.11.2018, 16:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

„Marmor, Stein und Eisen bricht“, „Heidi“, die „Timm Thaler“-Melodie oder Mireille Mathieus „Hinter den Kulissen von Paris“ - all diese Hits stammen aus der Feder von Christian Bruhn. Musik ist sein Leben, und genau das zeigt auch der sehenswerte Dokumentarfilm „Meine Welt ist die Musik“ von Lisa Marie Reich. Die junge Regisseurin spielt selbst Cello. Ihre Idee, einen Dokumentarfilm über die Musiklegende Christian Bruhns zu drehen, entstand bei einem Gespräch.

Mehrteiler mit Musik versehen

„Ich hab mit dem Produzenten Constantin Ries über Musik gesprochen, und da kamen wir auch auf Christian Bruhn. Ich kannte mehr seine Schlager, Constantin wieder eher seine Filmmusik.“ Und auch davon gibt es reichlich. Bruhn schrieb die Musik zu Mehrteilern wie „Silas“, „Jack Holborn“ oder „Timm Thaler“ und auch die Titelmelodie der Zeichentrickserien „Wickie“ und „Heidi“.

Wie modern seine Musik ist, zeigt sich im Film, als DJ Hell ihm seinen Remix der Timm-Thaler-Melodie präsentiert. Bruhn gefällt es, er liebt Musik. Besonders Mozart und Jazz. Auch wenn er seine größten Erfolge in anderen musikalischen Bereichen feierte.

Bei Christian Bruhn singt das ganze Kino mit

Regisseurin Lisa Marie Reich mit Christian Bruhn nach der Vorstellung von „Meine Welt ist die Musik“. © Günter Blaszczyk

Am 10. Januar kommt „Meine Welt ist die Musik“ in die Kinos. Es ist ein vergnüglicher Film und zugleich ein Stück Zeitgeschichte. Bruhn ist 82 Jahre alt. Wie fit der hochtalentierte Musiker ist, beweist er dem Lüner Publikum am Klavier. Da spielt er ein neun Minuten langes Medley seiner größten Hits und reißt das Publikum förmlich mit. Auch wenn es ein paar Textaussetzer gibt, die nimmt der Münchner mit Humor. „Wärst du doch in Düsseldorf geblieben“, „Hinter den Kulissen von Paris“, „Ein bisschen Spaß muss sein“ - da bleibt niemand ruhig im Kinosessel sitzen. Und als dann das „Dam Dam“ erklingt, singen alle mit: „Marmor, Stein und Eisen bricht“.

Ungern in den Schlagzeilen

Ab und zu stand Bruhn in den Schlagzeilen, als seine Ehen mit den Sängerinnen Katja Ebstein und Erika Bruhn (Duo Gitti und Erika) scheiterten. Fünf Mal sagte Bruhn bislang „Ja“. Warum so oft, da hat einer seiner beiden Söhne die richtige Antwort: „Immer wenn er sich verliebt hat, musste er heiraten.“ Dabei sehnt sich Bruhn nicht wirklich danach, in den bunten Blättern zu stehen. Er will mit seiner Musik die Menschen erreichen, nicht mit seinem Privatleben: „Mir liegt nichts dran, auf der Straße erkannt zu werden, ich will auf der Straße gepfiffen werden.“

Bei Christian Bruhn singt das ganze Kino mit

Kinofestleiter Mike Wiedemann (l.) interviewte nach dem Film die Regisseurin Lisa Marie Reich und den Komponisten Christian Bruhn. © Günter Blaszczyk

Dass Lisa Marie Reich und ihr Team dem Musiker drei Jahre lang recht nah kommen durften, war ein Glücksfall für die Filmemacherin. Sie begleitete ihn in seine alte Heimat in der Nähe von Innsbruck, in die Toskana und zum Fest seines 80. Geburtstages. Und sie lässt Weggefährten zu Wort kommen. Kollegen wie Ralph Siegel oder Harold Faltermeyer, und auch die beiden Ex-Ehefrauen Katja Ebstein und Erika Bruhn.

Politischer Mensch

Der Komponist ist auch ein politischer Mensch. Er ist seit Jahrzehnten Mitglied der SPD, war 28 Jahre lang im Aufsichtsrat der Gesellschaft für Aufführungs- und Verwertungsrechte (Gema), auch eine Zeitlang dessen Vorsitzender. „Man zahlt für ein Brötchen und für Strom, man sollte auch für Musik zahlen, denn auch die ist Arbeit“, so Bruhn.

Lisa Marie Reich schreibt gerade an einem neuen Drehbuch: „Es wird ein Kinderfilm nach einer Vorlage von Cornelia Funke.“ Und Christian Bruhn? Macht was er immer gerne macht - Musik.

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