Bayern jubeln: Christkind meint es gut - Rekordeinkauf?

Mia san wieder da! Die Münchner wittern ihre Meisterchance. Über Franck Ribéry wird gejubelt, über Mats Hummels spekuliert, über Timo Werner gemunkelt. Und: Gönnen sich die Bayern im Winter einen Weltmeister für 85 Millionen?

20.12.2018 / Lesedauer: 4 min

Warm eingepackt mit Mützen und in dicke Winterjacken schunkelten die Bayern-Stars Arm in Arm am Mittelkreis zu den Klängen von Stille Nacht, Heilige Nacht.

Nur noch sechs statt neun Punkte Rückstand auf Herbstmeister Borussia Dortmund, dazu die Aussicht auf einen Rekordtransfer als kostspieliges Weihnachtsgeschenk sorgten für Festtagsstimmung bei den Münchnern. Mit stolzgeschwellter Brust und einem dicken Vereinsschal um den Hals marschierte Uli Hoeneß bei der Parade der Bosse in den Stadionkatakomben vorneweg; Karl-Heinz Rummenigge fühlte sich schon nach dem 1:0 gegen Leipzig reichlich beschert. „Das Christkind hat es gut mit uns gemeint“, frohlockte der Vorstandschef. Mia san wieder da im Meisterrennen!

Beim als Sieg der Mentalität oder des Willens gepriesenen Erfolg durch ein spätes Tor von Franck Ribéry demonstrierten die Münchner eine für die Gegner nervige Bayern-Tugend: Gnadenlos zuzuschlagen, wenn sich die Chance ergibt. Und diese gab es nach dem 1:2 des BVB in Düsseldorf. „Es war wichtig, ein Zeichen zu setzen, dass mit uns wieder zu rechen ist. Wir wollen den Druck weiter erhöhen“, verkündete Thomas Müller. Für Joshua Kimmich ist das Gerade vom siebten Titel in Folge sowieso kein Tabu. „Wir mussten ein Stück mehr gewinnen, weil wir deutscher Meister werden wollen“, sagte der 23-Jährige.

Die Bilder vom 28. Championat flimmerten am Mittwochabend über die Videowand, Nummer 29 ist greifbarer als zuletzt vermutet. Der nächste Spieltag mit einem Auswärtsspiel in Frankfurt und dem Dortmunder Duell gegen Gladbach bietet Chance und Risiko zugleich. Bis auf drei Punkte kann der FC Bayern aufrücken, aber auch der Rückfall auf neun Zähler droht. „Wir wollen nicht von der Meisterschaft reden, aber wir zeigen uns mal“, sagte Sportdirektor Hasan Salihamidzic nach einem „Bigpoint“. Neue Titelhoffnung - und auch neue Stars?

Der Sportdirektor ist „on fire“, wie Rummenigge in der Debatte um neues Multi-Millionen-Personal für die Münchner verriet. Der Name von Weltmeister Lucas Hernández von Atlético Madrid geisterte durch die Arena, der als Winterzugang angeblich die Rekordablöse von 80 bis 85 Millionen kosten würde. Eine Summe, die die Münchner für ihren großen Umbruch bereit sind, zu zahlen. „Heutzutage ist das nicht so einfach, weil es einige Vereine gibt, die solche Summen locker ausgeben. Unsere Überlegungen müssen sitzen“, sagte Salihamidzic.

Der Sportdirektor tat die Hernández-Personalie als „Gerücht“ ab, Rummenigge ebnete den Weg für einen möglichen Wechsel. „Ich kann weder dementieren noch bestätigen. Wir sind in der Überlegungsphase. Jetzt warten wir mal ab, ob wir am Ende des Tages im Januar was machen“, sagte der 63-Jährige. Ob man im Januar oder erst im Sommer etwas mache, hänge von den Optionen ab.

Defensivmann Hernández ist ein Kandidat. Ein Vollspeedstürmer stellte sich in der Nacht noch selbst ins Schaufenster. „Ich will mir über die Sache klar werden, ob ich in Leipzig bleiben will oder nicht“, sagte Nationalspieler Timo Werner, während Startenor Jonas Kaufmann auf dem Rasen noch den Weihnachtsklassiker sang. „Bayern gehört neben vielen Mannschaften zu Weltmannschaften.“ Eine Verlängerung des bis 2020 laufenden RB-Vertrags zu deutlich besseren Bezügen oder ein Wechsel zum deutschen Branchenprimus - diese Zukunftsoptionen klangen bei dem 22-Jährigen als die wahrscheinlichsten durch.

Eine andere Personalie ist für die Bayern keine Überlegung wert. Nach ein paar Spielen mit viel Frust auf der Bank wurde schon gemutmaßt, dass sich Mats Hummels zweieinhalb Jahre nach seiner München-Rückkehr neu orientieren könnte. Rummenigge und Salihamidzic versicherten, dass der Weltmeister von 2014 auch im neuen Jahr für den Rekordmeister verteidigt.

Die Abschiedstournee wird das nächste Halbjahr für Ribéry sein. Der 35-Jährige zeigte aber bei seinem Siegtreffer, wie wichtig er noch für die Mannschaft sein kann: „Wir müssen cool bleiben, die Saison ist noch lang.“ Der Erfolg gegen Leipzig sei „kein Spektakel“ gewesen, sondern ein „Arbeitssieg“, sagte Trainer Niko Kovac. „Es ging darum, dass wir uns ranpirschen“.“ Das ist erstmal geglückt.

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