Bayern-Trainer Kovac freut sich „riesig“ auf Frankfurt

Für den „Urlaubsmodus“ ist es noch zu früh. Das Finale 2018 bei seinem Ex-Club entscheidet über das Halbjahreszeugnis von Niko Kovac als Bayern-Coach. Aus dem „Windschatten“ plant der Kroate 2019 den Angriff auf den BVB. Und er schwärmt von einem Eintracht-Jungstar.

21.12.2018 / Lesedauer: 3 min

Bei seiner zweiten Rückkehr nach Frankfurt möchte Niko Kovac das erste Wiedersehen am liebsten völlig ausblenden.

„Das erste Spiel kann man mit dem nicht vergleich“, sagte der Trainer des FC Bayern vor dem Bundesliga-Duell am Samstag (18.30 Uhr) in Erinnerung an das locker-flockige Münchner 5:0 gegen den Pokalsieger im Supercup zu Saisonbeginn. „Das müssen wir vergessen!“

Allenfalls die Emotionen werden bei ihm persönlich ähnlich sein. „Ich freue mich riesig auf das Spiel“, sagte der 47-jährige Kroate. Es ist das Duell Fünfter gegen Dritter, und der Ausgang wird maßgeblich sein für Kovacs Halbjahreszeugnis in München. „Ich habe hier Einiges gelernt für die Zukunft“, bekannte er.

Für den deutschen Rekordmeister geht es gegen die Eintracht um die letzte Weichenstellung für 2019. Sein Team habe die Jäger-Rolle vor dem letzten Hinrundenspieltag völlig angenommen. „Wir sind da. Wir sind jetzt im Windschatten, wir haben uns rangezogen“, sagte Kovac mit Blick auf Spitzenreiter Borussia Dortmund. Der Meistertitel ist in der Englischen Woche wieder ins Visier gerückt: „Die Jungs wollen das schaffen, neun Punkte aufzuholen und am Ende zu feiern.“

In Frankfurt gehe es nach den weiteren Ausfällen von Serge Gnabry (Muskelfaserriss) und Renato Sanches (Gelb-Rot-Sperre) darum, noch einmal „alle Kräfte zu bündeln“, sagte Kovac. Jérôme Boateng steht wieder zur Verfügung, auch Kingsley Coman soll trotz einer Prellung am Fuß auflaufen können. „Wir dürfen nicht im Urlaubsmodus sein“, mahnte Kovac. „Wir müssen das Spiel noch ziehen. Dann ist in der Rückrunde Einiges möglich“, sagte Nationalspieler Joshua Kimmich.

„Die Frankfurter werden mit einer anderen Art und Weise spielen als im Supercup, als wir hoch gewonnen haben“, warnte Kapitän Manuel Neuer. In der Tat: In den vier Monaten seit dem ungleichen Duell am 12. August hat die Eintracht unter Kovac-Nachfolger Adi Hütter einen weiteren rasanten Entwicklungssprung vollzogen. „Adi macht einen fantastischen Job. Das ist uns nicht verborgen geblieben. Und das Ende der Fahnenstange ist noch nicht erreicht“, lobte Kovac den Österreicher. „Ich gehe mit einem besseren Gefühl in das Spiel als im Sommer“, verkündete Herausforderer Hütter am Freitag.

Die Rückkehr ins Frankfurter Stadion bewegt Kovac: „Club und Spieler sind mir ans Herz gewachsen. Das ist eine besondere Verbindung. Ich bin bei der Eintracht Mitglied auf Lebenszeit.“ Mit seinem Bruder Robert leistete Kovac bis zum Abschied im Sommer tolle Aufbauarbeit. Die Krönung war der DFB-Pokalsieg gegen den FC Bayern. Kovac hofft auf einen freundlichen Empfang - und ein Weihnachtsgeschenk. „Ich hoffe, sie gönnen mir die drei Punkte“, bemerkte der Rückkehrer.

Ein Schlüssel für einen Bayern-Sieg liegt in der Abwehrarbeit. Denn der Höhenflug der Eintracht basiert auf dem Offensivtrio Luka Jovic (12 Tore), Sebastien Haller (9) und Ante Rebic (5). 26 der 34 Eintracht-Treffer erzielte der Paradeangriff. „Die drei machen es gut vorne“, bemerkte Kovac. Dem 20-jährigen Jovic bescheinigt er das Potenzial eines Weltklassespielers. „Links, rechts, Kopfball, er hat alles.“ Den serbischen Nationalspieler macht das - ebenso wie Rebic - fast automatisch zu einem Kandidaten für den FC Bayern.

Zu viel an die Zukunft denken mochte Kovac vor seiner Rückkehr nach Frankfurt aber nicht. „Es gibt hier wie dort gute Kerle“, sagte er zum Vergleich zwischen Bayern und Frankfurt.

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