Bayern-Debakel in Frankfurt - Leipzig deklassiert Mainz

Der FC Bayern erlebt in Frankfurt ein Debakel. In Unterzahl geht der Rekordmeister bei der Eintracht unter. Trainer Kovac stehen schwere Tage bevor. Borussia Mönchengladbach setzt sich an der Tabellenspitze leicht ab. In Leipzig feiern die RB-Fans das nächste Schützenfest.

02.11.2019, 17:34 Uhr / Lesedauer: 2 min

Eintracht Frankfurt hat den FC Bayern München in eine tiefe Herbstkrise geschossen und Ex-Trainer Niko Kovac in arge Bedrängnis gebracht.

Gegen den durch einen frühen Platzverweis für Jérôme Boateng dezimierten Rekordmeister feierten die Hessen am Samstag beim 5:1 (2:1) ein Fußball-Fest. Nach zuletzt dürftigen Leistungen in Liga und Pokal mussten die Münchner eine Woche vor dem Top-Duell gegen Borussia Dortmund nun auch einen echten Ergebnis-Schock hinnehmen und liegen als Bundesliga-Vierter schon vier Punkte hinter Spitzenreiter Borussia Mönchengladbach, der sich bei Bayer Leverkusen mit 2:1 (2:1) durchsetzte.

In einem emotionalen Berliner Derby setzte sich der 1. FC Union gegen Hertha BSC mit 1:0 (0:0) durch. Sebastian Polter erzielte das entscheidende Tor per Foulelfmeter in der 87. Minute. Die Partie in dem mit 22.012 Zuschauern ausverkauften Stadion an der Alten Försterei war nach dem Abbrennen zahlreicher Pyro-Fackeln in beiden Fanblöcken und mehrerer abgefeuerter Leuchtraketen aus dem Hertha-Fanlager in der zweiten Halbzeit für mehrere Minuten unterbrochen. Union verbesserte sich durch den Prestigesieg auf den 13. Platz. Nur einen Zähler davor bleibt Hertha Elfter.

Dortmund kam nach anfänglichen Schwierigkeiten am 10. Spieltag gegen den VfL Wolfsburg zu einem 3:0 (0:0) und ist Tabellenzweiter vor RB Leipzig. Die Sachsen feierten beim 8:0 (5:0) gegen den überforderten FSV Mainz 05 das nächste Schützenfest. Der SC Freiburg verpasste den möglichen Sprung auf den zweiten Tabellenplatz. Die Breisgauer kamen bei Werder Bremen zu einem Last-Minute 2:2 (1:1) und sind nun zwischen den Bayern und Frankfurt Fünfter.

Die Bayern erwischten schon einen miserablen Start. Nach Videostudium entschied Referee Markus Schmidt auf Platzverweis für Boateng (10.) nach Notbremse an Goncalo Pacienca und Freistoß für die Hessen knapp vor der Strafraumgrenze. In Unterzahl kassierten die Münchner später die ersten Gegentore durch Filip Kostic (25. Minute) und Djibril Sow (34.).

Robert Lewandowski (37.) hielt die Bayern mit seinem 14. Saisontor nach einer Energieleistung im Spiel. Doch die Eintracht war gnadenlos und erhöhte durch zwei Verteidiger-Tore von David Abraham (49.) und Martin Hinteregger (61.). Pacienca (85.) setzte den Schlusspunkt. Torwart Manuel Neuer bewahrte die Bayern mit mehreren Paraden sogar noch vor einem krasseren Debakel. Trainer Kovac wird sich den Bayern-Bossen erneut erklären müssen. „Sehr unruhig“ werde es in den kommenden Tagen wohl werden, sagte Neuer im ZDF.

Von der deftigen Niederlage der Bayern profitierte auch Tabellenführer Mönchengladbach. Das Team von Trainer Marco Rose ging durch zwei fast identische Tore von Oscar Wendt (18.) und Markus Thuram (42.) - bei denen die Bayer-Abwehr sehr schlecht aussah - zweimal in Führung. Kevin Volland (24.) hatte zwischenzeitlich ausgeglichen. Mit großem Einsatz drängte Bayer in der zweiten Halbzeit letztlich erfolglos auf ein Remis.

In Dortmund bestimmte ein ungewöhnlicher Doppelwechsel die erste Halbzeit. BVB-Kapitän Marco Reus (28.) musste angeschlagen für Mario Götze weichen. Zeitgleich verletzte sich Referee Tobias Welz und musste durch seinen Assistenten Martin Thomsen ersetzt werden. Der BVB hatte zuvor Glück, als Wolfsburgs Stürmer Lukas Nmecha nur die Latte traf (22.). Etwas glücklich kamen die Dortmunder dann zur Führung durch Thorgan Hazard (52.). Das Tor war für den BVB eine Befreiung. Raphael Guerreiro (58.) erhöhte schnell. Götze (88.) sorgte per Handelfmeter für den Endstand.

RB Leipzig setzte seine Torfestwoche fort. Drei Tage nach dem 6:1 im DFB-Pokal in Wolfsburg wurde nun der FSV Mainz 05 abgefertigt. Gegen die völlig überforderten Rheinhessen feierten die Leipziger mit dem Achterpack den höchsten Sieg ihrer Club-Geschichte. Timo Werner zeichnete sich dabei als Dreifachtorschütze aus.

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