Wohnen in Cappenberg: Neubaugebiet auf dem Acker könnte 30 Häusern Platz bieten

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Nur noch wenige Baulücken sind frei. Wer in Cappenberg bauen möchte, sieht in die Röhre. Das könnte sich bald ändern. Nicht bei allen stößt die Wahl des Baugebietes aber auf Zustimmung.

Cappenberg

, 19.11.2019, 20:42 Uhr / Lesedauer: 2 min

150 Menschen drängen sich am Dienstagabend im Saal des Hauses Kreutzkamp in Cappenberg. Sie sind gekommen, um den Abschlussbericht zur Ortsteilentwicklung für Cappenberg zu hören. Als die Planer im Mai einen ersten Zwischenbericht gaben, waren viele unzufrieden.

Manche Ideen, die damals zur Sprache kamen, hatten die Menschen in Selms kleinstem Ortsteil erschrocken: etwa hinter der Bushaltestelle Borker Straße/Cappenberger Damm Wald zu roden, um den Bau einer Wohnanlage zu ermöglichen. Oder eine verdichtete Bebauung auf der Freifläche am Cappenbeger Damm, gegenüber der Rosenstraße, zu ermöglichen. Die Enttäuschung sei groß gewesen, sagt Bürgermeister Mario Löhr zu Beginn. Dieses Mal solle das anders werden.

Bessere Fahrradverbindungen als Schwerpunktthema

„Für mich ist Radfahren das Schwerpunktthema“, sagt Löhr. Die Freiherr-vom-Stein-Straße, die als Allee auf das Schloss Cappenberg zuführt, könne er sich gut als Fahrradstraße vorstellen, auf der Fahrräder vor Autos Vorrang hätten. Und der Schlossberg - das sei auch schon mit demKreis Unna besprochen - könnte einen echten Radweg bekommen: eine Rampe statt der Stufenanlage neben der Fahrbahn.

Wohnen in Cappenberg: Neubaugebiet auf dem Acker könnte 30 Häusern Platz bieten

Der Saal im Haus Kreutzkamp war voll, das Interesse groß. © Sylvia vom Hofe

Dem Thema Verkehr räumt auch Olaf Kasper vom Planungsbüro „Plan lokal“ aus Dortmund große Bedeutung ein. Die Kreuzung Borker Straße/Cappenberger Damm draußen vor der Haustür von Haus Kreutzkamp sei „sehr opulent“ und Raum greifend. Sein Vorschlag: einen Wettbewerb veranstalten, um Ideen zu sammeln, wie sich dieser überdimensionierte Verkehrsraum verkleinern lasse zu Gunsten von mehr Aufenthaltsqualität auf dem Dorfplatz dahinter. „Eine einfache T-Kreuzung“ würde da schon helfen.

Könnte alter Hof Treffpunkt für Vereine werden?

Für so ein Projekt ließen sich Fördermittel beim Land beantragen. Für die Umnutzung eines ortsbildprägenden Gebäudes zu einem Treffpunkt für Vereine ebenfalls: Kasper nennt als Beispiel den gerade zum Verkauf stehenden Fachwerkhof Rottmann neben Kreuzkamp, ein Zuhörer kann sich da besser das ehemalige Brauereigebäude am Brauereiknapp vorstellen.

Wohnen in Cappenberg: Neubaugebiet auf dem Acker könnte 30 Häusern Platz bieten

Cappenberger Damm/Borker Straße: Diese Kreuzung könnte umgebaut werden laut Planer. © Sylvia vom Hofe

Die zentrale Frage des Abends ist aber eine andere: ob und wo in Cappenberg Bauland ausgewiesen werden wird. Dass es dafür Bedarf gebe, zeige die aktuelle Bautätigkeit, so Löhr. Mehrere Baulücken seien gerade geschlossen worden. Der Bürgermeister nennt als mögliche Baugebiete zwei Bereiche. Eine Fläche favorisieren Stadt und Planungsbüro aber deutlich.

Wenn der Eigentümer mitspielt: Bis zu 15.000 Quadratmeter Bauland

Die kennen die Cappenberger schon von der ersten Planungsrunde im Mai: der Acker neben dem Cappenberger Damm, gegenüber der Rosenstraße. „Wir beschränken uns aber auf eine Fläche von 10.000 bis 15.000 Quadratmeter“, so Löhr: Platz für 25 bis 30 Häuser. Noch habe der Eigentümer aber nicht zugestimmt.

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Die zweite Fläche liegt am Immenbrock neben dem Sportgelände. Auch dort gelte wie am Cappenberger Damm, dass die Anbindung an die bestehende Ortslage gut sei und es sich um eine Verdichtung des Ortes handele, sagt Planer Kasper. Für eine andere Fläche gelte das nicht, die Teilnehmer der Bürgerversammlung ins Gespräch bringen.

Warum nicht an der Hirschwiese bauen?

Entlang der Hirschwiese zu bauen - ein Lückenschluss zwischen der Straße Baltimora und der Bebauung an der Kläranlage - könne er sich nur vorstellen, „wenn der unerwartete Babyboom in Cappenbeg ausbricht und alles andere schon voll ist“, so Casper.

Eine Bebauung am Cappenberger Damm verschließe den Frischluftkorridor fürs Dorf, befürchtet ein Zuhörer. „Eine Sorge die unbegründet ist“, so Kasper. „Die Identität des Ortes sei bei so viel Zuzug in Gefahr“, meint eine Frau. „Viel Zuzug gibt es doch gar nicht“, hält Löhr dagegen. Es solle aber auch jungen Leuten ermöglicht werden zurückzuziehen in ihre Heimat oder älteren, sich kleiner zu setzen.

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