Bauchsängerin Murzarella lieferte sich im City-Centrum Gesangsduell mit Kanalratte Kalle

Kleinkunst

Singen können viele Künstler, auch verschiedene Stilrichtungen. Einzigartig wird es erst, wenn die Interpretin dazu ihren Mund geschlossen hält.

Schwerte

, 25.11.2018, 16:01 Uhr / Lesedauer: 2 min
Bauchsängerin Murzarella lieferte sich im City-Centrum Gesangsduell mit Kanalratte Kalle

Murzarella mit ihrem Kakadu Dudu, einer der Figuren, die sie nicht nur sprechen, sondern auch singen lässt. © Bernd Paulitschke

Von Heavy Metall über Schlager bis hin zur Oper: Sabine Murza beherrscht gesanglich einige Stilrichtungen – und das, ohne ihren Mund zu öffnen. Am Samstag führte sie ihre Music-Puppet-Show im leer stehenden Ladenlokal des City-Centrums auf.

Sabine Murza tritt als „Murzarella“ auf. Mit einer Mischung aus Gesang, Stand-Up-Comedy, Bauchreden und Puppentheater ist sie ein echtes Unikat; europaweit gibt es nämlich nur eine einzige Bauchsängerin. Im schwarzen Glitzerkleid und mit blonder Lockenmähne eröffnet Murzarella den Abend mit modernen Popsongs und Jazz mit eigenem Text. Dann will der vorlaute Kakadu Dudu aus der Kiste, und die beiden liefern sich ein hitziges Wortgefecht auf der Bühne. Dabei erwähnt der freche Dudu die „Cellulite-Schenkel“ der Sängerin und lässt sich über ihre Männerkontakte aus. Und obwohl das Publikum genaustens auf den Mund von Murza achtetet – er bleibt geschlossen, während Dudu Schlager singt.

Heute lebt die Künstlerin in Baden-Baden, geboren wurde sie aber in Gelsenkirchen. Und das erklärt auch, warum sie perfekt den Ruhrpott-Slang der Kanalratte Kalle beherrscht, der mit Schalke-Schal auf die Bühne kommt. „Hör ma ey, wat is dat denn?“, fragt er Murzarella. Er will „Schwermetall“, also Heavy-Metal singen. Dann schmettert er zu AC/DCs Highway to Hell und verabschiedet sich mit einem „Glück auf und Tschüskes“.

Puppe Adelheid sind Opern-Arien

Im starken Kontrast dazu: Puppe Adelheid, die persönliche Assistentin von Murza. Sie singt am liebsten Opern-Arien und verliebt sich prompt in den charmanten Wolfgang aus der ersten Reihe. „Wir werden doch hier veräppelt“, dachte sich Jörg Przystow, als er Sabine Murza zum ersten Mal bei ihrem Auftritt in Dortmund sah. Dann war er so angetan von der Bauchsängerin, dass er gleich Sivita Karakus vom Café Herrlich anrief und sie animierte, sich Murzarellas Puppet-Show in Datteln anzusehen. Dort räumte Sabine Murza den Kleinkunstpreis ab, und Sivita Karakus baute den Kontakt zu ihr auf.

Doch bis zum Auftritt musste Karakus viel organisieren. Das leer stehende Geschäft im City-Centrum ist nicht wiederzuerkennen: Lampions an der Decke, weiße Tischdecken, Rosen, ein roter Teppich, die Bar und natürlich die Bühne. Karakus hat alles geplant und organisiert. „Es hat eine Woche gedauert, bis alles umgeräumt war“, erklärt die Schwerterin. Sie möchte in Zukunft das leere Ladenlokal häufiger nutzen und einmal im Monat mit Künstlern und Publikum einen schönen Abend verbringen.

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