Bauboom im Kreis Unna hält an

Bilanz 2018

2018 wurden 830 neue Wohnungen gebaut. Im sozialen Segment passiert aber zu wenig, kritisiert die IG Bau.

20.07.2019 / Lesedauer: 2 min
Bauboom im Kreis Unna hält an

Am Kessebürener Weg – kurz vor der Einmündung zur Wasserstraße – sollen zwei neue Mehrfamilienhäuser entstehen. Zwei bereits vorhandene Gebäude müssen dafür weichen. Die Abbrucharbeiten sollen im Herbst beginnen. © Bettina Hesse

Während das Mehrfamilienhaus am Kessebürener Weg 3 in Unna fast fertig ist, steht ein anderes Projekt bereits in den Startlöchern – und zwar direkt auf der gegenüberliegenden Straßenseite. Dort sollen zwei Mehrfamilienhäuser mit 25 barrierefreien Mietwohnungen und Tiefgarage entstehen – ganz im Stil des gerade hochgezogenen Neubaus.

Denn auch hier arbeiten Bauherr Hendrik Schabsky und Generalplaner Waldemar Pyka zusammen. Doch bevor es mit den Bauarbeiten losgehen kann, müssen die beiden alten Häuser auf dem Areal weichen. „Die Abbrucharbeiten sollen noch in diesem Herbst beginnen“, kündigt Schabsky an. Er hofft auf eine ähnlich positive Resonanz wie am Kessebürener Weg 3. „Dort sind bis auf drei Wohnungen alle vermietet.“

Nicht nur in Unna wird derzeit kräftig gebaut. Auch im Rest des Kreises hält der Bauboom an. So wurden im gesamten vergangenen Jahr 830 Wohnungen gebaut, darunter 291 in Ein- und Zweifamilienhäusern. Das sind 24 Prozent mehr als im Jahr davor. Insgesamt investierten Bauherren 108 Millionen Euro, wie die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG Bau) mitteilt.

IG Bau-Bezirksvorsitzender Friedhelm Kreft sieht beim Neubau jedoch „deutlich Luft nach oben“. Entscheidend sei, was gebaut werde: „Die Wohnungen müssen zum Portemonnaie und zur Lohntüte der Menschen passen. Es kommt darauf an, vor allem bezahlbare Wohnungen und Sozialwohnungen zu bauen.“ Dazu sei es dringend erforderlich, die steuerliche Abschreibung im Mietwohnungsbau dauerhaft von derzeit zwei auf drei Prozent zu erhöhen. Darüber hinaus brauche der soziale Wohnungsbau eine Förderung von mindestens sechs Milliarden Euro pro Jahr durch Bund und Länder – und das kontinuierlich für die nächsten Jahre, fordert Kreft.

In diesem Jahr unterstützt der Bund den Bau von Sozialmietwohnungen mit 1,5 Milliarden Euro, ab 2020 werden die Mittel auf eine Milliarde abgesenkt. Zudem fallen pro Jahr rund 80.000 Sozialwohnungen aus der befristeten Mietpreisbindung heraus – deutlich mehr als in den letzten Jahren neu gebaut wurden.

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