Bald knallt es richtig: Darauf kommt es beim Silvester-Feuerwerk an

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Für die einen ein Muss, für die anderen reine Geldverschwendung. Über Feuerwerk an Silvester lässt sich streiten - auch in Selm. Doch worauf es auch ankommt, ist die Sicherheit.

Selm

, 28.12.2018, 17:49 Uhr / Lesedauer: 2 min

Schon als Kind hat Horst Beck geböllert. Jetzt kauft er noch immer Feuerwerk - doch dieses Mal für die Söhne. „Ich beaufsichtige nur noch“, sagt er und lacht. Die Böller haben die Jugendlichen selbst gekauft und dafür gearbeitet. „Es ist einfach eine schöne Tradition, das neue Jahr zu begrüßen“, so Beck.

Damit diese Tradition nicht gefährlich wird, gibt es aber auch viele Dinge zu beachten. Schließlich können Feuerwerkskörper auch gefährlich werden, wenn man sie falsch verwendet, weiß Thomas Isermann, Leiter der freiwilligen Feuerwehr in Selm. „Den größten Fehler machen die Leute, wenn sie die Abschussrampe nicht gut genug sichern“, erklärt der Experte. Dann fallen die Flaschen nämlich schneller um und die Raketen landen überall - nur nicht in der Luft. Da habe man dann keine Chance, die Rakete noch aufzuhalten und kann die umstehenden Personen nur noch warnen. Thomas Isermanns Tipp daher: Einfach die Flasche in eine Getränkekiste auf sicheren Untergrund stellen.

Türen schließen

Aber auch schon vor Mitternacht könne man sich auf falsch-fliegende Feuerwerkskörper vorbereiten, indem man alle Fenster und Türen schließt. Auch Deko an der Vorgartenhecke oder leicht brennbare Stoffe auf dem Balkon könne man vorher wegräumen und so verhindern, dass sie zu brennen anfangen.

Doch es gibt auch andere Gründe, warum an Silvester immer mal wieder Unfälle passieren: „Viele überschätzen einfach die Reichweite und Intensität von Böllern und halten bestimmte Sicherheitsabstände nicht ein“, sagt Isermann. Das gilt auch für Raketen, die beim ersten Mal nicht hochgegangen sind. Die sollte man keinesfalls noch einmal anzünden. „Die Zündzeit ist dann viel kürzer und man hat keine Möglichkeit, sich in Sicherheit zu bringen“, so Isermann.

Schaden für Umwelt

Inge Bille muss sich um so etwas keine Gedanken machen. Für sie gehört Feuerwerk nicht zu Silvester, es sei schädlich für die Umwelt und zu laut für die Tiere. „Das qualmt ohne Ende und es gibt schließlich wichtigeres, wofür man sein Geld ausgeben kann“, erklärt die Selmerin. Es sei traurig, wie viel Geld andere Menschen für Böller ausgeben, sagt sie.

Bald knallt es richtig: Darauf kommt es beim Silvester-Feuerwerk an

Horst Beck hat das neue Jahr schon immer gerne mit Feuerwerk begrüßt. Mittlerweile knallt er aber nicht mehr selbst, sondern beaufsichtigt seine Kinder. © Viktoria Michelt

Für die Feuerwehr ist jedes Silvester anders. „Es gibt mal mehr und mal weniger Einsätze“, erklärt Thomas Isermann. Erst im vergangenen Jahr hatte es bei einem Hausbrand einen Großeinsatz gegeben. Normalerweise sind es aber kleinere Einsätze, die die Feuerwehr auf Trab halten. Mülltonnenbrände, weil Leute ihre Batterie zu früh weggeworfen haben oder ein Heckenbrand, weil sich dort eine brennende Rakete verfangen hat.

Trotz der Gefahren ist ein Silvester für einige Menschen ohne Feuerwerk unvorstellbar. “Schön wäre es doch, wenn es irgendwann ein großes Gemeindefeuerwerk für alle geben würde“, wünscht sich Michaela Quante aus Lüdinghausen. Denn sie guckt sich an Silvester gerne das Feuerwerk an. „Das gehört irgendwie einfach dazu.“

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Wer sich beim Zünden von Feuerwerk fahrlässig verhält, muss in der Regel für den Schaden haften. Was beim Böllern zu beachten ist, verrät die Verbraucherzentrale Dorsten.

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