Seitdem der Villigster Frischemarkt geschlossen ist, hatten die Bewohner des Orsteils keine Einkaufsmöglichkeit mehr. Doch das soll sich ändern. Möglichst noch in diesem Jahr.

Villigst

, 02.10.2018, 18:08 Uhr / Lesedauer: 2 min

Brötchen, Kuchen und mehr für Villigst: Den Verlust ihrer einzigen Einkaufsmöglichkeit, des seit einigen Wochen geschlossenen Frischemarkts am Fasanenweg, können die Bewohner des südlichen Ortsteiles vergessen. Das Letmather Backhaus will mit einer Filiale in die leer stehende frühere Sparkassenfiliale an der Villigster Straße einziehen.

„Wir haben uns schon entschieden“, sagte Inhaber Bernd Weske am Dienstag, als er sich vor Ort noch einmal mit dem Hauseigentümer Stephan Kollmann traf. Einen konkreten Eröffnungstermin konnte er verständlicherweise noch nicht nennen: „Wir versuchen aber, dieses Jahr noch aufzumachen.“

Bäckermeister verspricht Sonntagsöffnung

Der Bäckermeister und Konditor Weske betreibt außer seinem Stammbetrieb in Letmathe bereits vier weitere Filialen. Neben Brot und Brötchen will er in Villigst auch Gebäck und Torten anbieten. Außerdem dürfen sich die Kunden auf überbackene Bäcker-Snacks und belegte Brötchen freuen. Die können an „ein paar Stehtischen“ auch gleich verzehrt werden. Und das Wichtigste: „Wir werden auf jeden Fall auch sonntags öffnen.“ Die Sonntagsbrötchen und die Torten für den Nachmittagskaffee können sich die Villigster also quasi direkt neben der Haustür besorgen. Weil der Verkaufsraum im Erdgeschoss mit rund 100 Quadratmetern sehr groß ist, wäre Weske auch bereit, auf einer Teilfläche ein ergänzendes Angebot aufzunehmen. Beispielsweise für ein kleines Nahversorgungssortiment mit Artikeln, „die man sonst vergisst“. Denkbar sei aber auch eine Postagentur oder eine kleine Frischeecke mit Obst und Gemüse.

Pläne für eine Kita haben sich zerschlagen

Weil Weske von der Schließung des Villigster Frischemarktes gehört hatte, hatte er die frühere Sparkasse des Ortsteils für eine Backhaus-Filiale in den Blick genommen. Ein ähnliches Konzept betreibt er in einer ehemaligen Sparkasse in Hagen-Spielbrink seit mehr als sieben Jahren mit Erfolg. Der Selbstbedienungsbereich der Bank mit Geldautomat und Kontoauszugsdrucker sorgt jeweils für zusätzliche Kundenfrequenz. Das Gebäude in Villigst bietet darüber hinaus sogar den Vorteil, dass alles barrierefrei zu erreichen ist.

Auch die ehemalige Sparkasse in Hagen-Spielbrink gehört Stephan Kollmann, der in der Volmestadt als Versicherungsmakler tätig ist. Nachdem sich die Stadtsparkasse Schwerte im Dezember 2016 von ihrer Villigster Filiale getrennt hatte, konnte Kollmann diese Immobilie im Herbst 2017 erwerben. Seine erste Idee war sofort, dort ebenfalls eine Bäckerei zu etablieren. Zunächst jedoch meldeten sich Interessenten für eine private Kindertagesstätte. Acht bis neun Monate sei in diese Richtung überlegt worden, erzählte Kollmann. Doch dann kam plötzlich der Rückzug, weil sich die Partner für das Projekt zerstritten hätten. Der Weg für die Rückkehr zu den Bäckerei-Plänen war frei. Nach der Einigung mit Weske können die blauen „Zu vermieten“-Schilder jetzt endgültig aus den Schaufenstern verschwinden.


Der Sparkassen-Tresor steht noch im Keller

Neben der großzügigen Verkaufsfläche bietet die ehemalige Sparkassen-Filiale im Kellergeschoss noch ebenso große, ansprechend ausgestattete Personal- und Lagerräume. Hinter einer dicken Stahltür ist dort sogar noch der Tresorraum mit ganzen Batterien von Kundenschließfächern vorhanden. Sie blieben zurück, als die Sparkasse sich aus Villigst wie auch aus allen anderen Ortsteilen mit ihren Filialen zurückzog. Als Grund nannte das Geldinstitut damals wirtschaftliche Gründe. Durch die Möglichkeiten der Selbstbedienungs-Automaten und die Zunahme des Online-Bankings waren die Kunden immer seltener zu Beratungsgesprächen gekommen.

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