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Bahnlärm vor der eigenen Haustür - über hundert Lüner fühlen sich gestört

Bahnlärm

Das Eisenbahn-Bundesamt hat im letzten Jahr Daten zur Lärmbelastung an Haupteisenbahnstrecken erhoben. 134 Lüner haben sich beteiligt.

Lünen

, 02.08.2018
Bahnlärm vor der eigenen Haustür - über hundert Lüner fühlen sich gestört

Die Karte zeigt die Lärmbelastung rund um die Lüner Schienen, die Hamm-Osterfelder-Bahnstrecke wurde nicht erfasst.Grafik:Sauerland

Es rattert, klappert und quietscht, wenn die Züge an der eigenen Haustür vorbeizischen. Das ist nicht nur nervig, sondern kann einen auch um den Schlaf bringen.

Um die schädlichen Auswirkungen von Lärm auf die menschliche Gesundheit einzudämmen, hat die Europäische Gemeinschaft bereits 2002 die Umgebungslärmrichtlinie erlassen. In der Richtlinie heißt es, das Ziel sei es, schädliche Auswirkungen durch Lärm in ganz Europa einheitlich „zu verhindern, ihnen vorzubeugen oder sie zu mindern“. Lärm wird in der Richtlinie so definiert: Es handelt sich um unerwünschte oder gesundheitsschädliche Geräusche, die beispielsweise durch Straßenverkehr, Luftverkehr, Schienenverkehr oder Industrie verursacht werden.

Lärmaktionspläne

Und um genau diese nervtötenden Geräusche lokalisieren und eindämmen zu können, werden Lärmkarten und Lärmaktionspläne erstellt. Sie sollen als Planungs- und Bewertungsinstrumente dienen, um den Handlungsdruck zur Lärmminderung beispielsweise an Schienenwegen zu verdeutlichen.

Um die Lärmbelastung an Haupteisenbahnstrecken des Bundes zu erfassen und transparenter zu machen, wurde der Lärmaktionsplan des Eisenbahn-Bundesamtes erstellt. Hier konnten auch Lüner Bürger an der Befragung teilnehmen und ihren Unmut zum Bahnlärm äußern. 134 Lüner haben an der Befragung teilgenommen, 118 von ihnen fühlen sich stark durch Schienenverkehrslärm gestört. Laut Auswertung ist der Güterverkehr der Störenfried Nummer eins. 126 Personen berichten von Ein- und Durchschlafproblemen aufgrund von Lärmbelästigung durch Zugverkehr.

38.000 Betroffene von Bahnlärm haben sich beteiligt

Bundesweit wurden im Zeitraum vom 30. Juni bis zum 25. August 2017 38.000 Beteiligungen von Betroffenen eingereicht.

Die Aussagen der Bürger dienen unter anderem als Grundlage zur Bewertung der Lärmsituation an Schienenwegen und bei der Planung von Lärmschutzmaßnahmen. Allerdings ergeben sich daraus keine Rechtsansprüche auf Lärmminderungsmaßnahmen. Dennoch hat sich der Bund das Ziel gesetzt, den Bahnlärm bis 2020 zu halbieren. Hier hat es der Bund besonders auf Güterzüge abgesehen, sie müssten auf moderne Bremssysteme umgerüstet werden.

Bahnlärm halbieren

Denn neben den reinen Fahrgeräuschen – sie entstehen durch Unebenheiten auf Rad und Schiene – berichten die Lüner (79), dass sie sich von den Bremsgeräuschen stark gestört fühlen.

Den Schienenverkehrslärm zu halbieren, das ist auch das Ziel der Deutschen Bahn. Um die Halbierung des Lärms zu erreichen, setzt die Deutsche Bahn auf Maßnahmen am Streckennetz und der Fahrzeugflotte.

Außerdem ist für den Lüner Bahnschienen-Bereich bereits eine Lärmsanierung in Planung. „Für den Streckenabschnitt Lünen-Waltrop-Bergkamen wurde bereits ein schalltechnisches Gutachten beauftragt“, sagt eine Bahnsprecherin.

Schallschutz prüfen

„Als nächsten Schritt müssen die notwendigen Streckenbegehungen durch die DB Netz AG erfolgen um zu prüfen, ob die im schalltechnischen Gutachten vorgeschlagenen Schallschutzwände auch baulich realisierbar sind.“

Zur zeitlichen Umsetzung der Lärmsanierung konnte die Bahnsprecherin noch nichts sagen, nur: „Dies wird voraussichtlicht in einem mittelfristigen Zeitrahmen erfolgen.“

71 Lüner fühlen sich Zuhause (im Freien und bei geöffnetem Fenster) von Bahnlärm belästigt. 58 fühlen sich sogar bei geschlossenen Fenstern gestört. Schienenverkehrslärm ist das dringlichste Problem vor Ort für 124 Lüner. Technische Verbesserungen an Zügen sind den Lünern (103) kaum aufgefallen. Besonders abends und nachts in der Zeit zwischen 18 und 6 Uhr fühlen sie sich gestört. Das Eisenbahn-Bundesamt rechnet sogar mit 280 lärmbelasteten Wohnungen. Eine Lärmschutzwand wünschen sich 91 Lüner rund um die Schienen. Weitere Informationen gibt es im Internet unter eba.bund.de
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