Zwei Bäume machen noch keinen Sommer – doch jeder Fröndenberger kann dem Klima helfen

dzHintergrund

In der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald engagiert sich Gerhard Dreps, Geschäftsführer der Forstbetriebsgemeinschaft Unna/Hamm. Er weiß, wie Fröndenberg dem Klima mit mehr Bäumen helfen kann.

03.09.2019, 14:29 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Waldbesitzer, die Gerhard Dreps bei der Vermarktung ihrer Forsterzeugnisse vertritt, leben oft von der wirtschaftlichen Verwertung ihres Holzes. Dennoch herrsche ein Motiv bei verantwortungsbewussten Waldbesitzern vor: Nachhaltigkeit.

„Nachhaltigkeit heißt, man erntet nicht mehr Holz als nachwächst“, erklärt Gerhard Dreps. Das Denken an nachfolgende Generationen wird nun immer wichtiger: Das Klima wird für Mensch und Baum schwerer erträglich, dem Wald geht es bereits in vielen Gegenden, auch in Fröndenberg, nicht gut.

»Was zurzeit mit dem Regenwald passiert, ist fatal. Ich bin nicht nur demütig und andächtig geworden, sondern traurig.«
Gerhard Dreps, Diplom-Forstingenieur

Nicht nur die Waldbesitzer können durch Wiederaufforstung klimaresistenter Arten auch Wald für die kommenden Generationen sichern. „Jeder Einzelne kann sehr viel tun“, sagt Gerhard Dreps, der auch im Vorstand des Kreisverbandes Unna der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald ist.

Den „Waldgipfel“, den die Bundesregierung im Herbst einberufen will, hält Dreps für eine wichtige Initiative, weil alle entscheidenden Akteure an einem Tisch sitzen werden.

Zwei Bäume machen noch keinen Sommer – doch jeder Fröndenberger kann dem Klima helfen

Die erkennbar braunen Stellen in diesem Fröndenberger Waldgebiet sind bereits durch Trockenheit oder Käferbefall abgestorben. © privat

Patenschaft für Bäume – von Privatpersonen oder der Kommune

Doch ob es Patenschaften für Bäume im öffentlichen Bereich oder das Einsetzen von jungen Bäumen im eigenen Garten sind – die positive Wirkung der Bäume und ihrer Fotosynthese für unser Klima könne jede Privatperson verstärken.

Dabei müsse Nadelholz gar nicht in Bausch und Bogen verdammt werden, auch wenn derzeit besonders Fichten und Kiefern unter der Trockenheit und dem Käferbefall zu leiden haben.

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„Die Standortwahl ist entscheidend“, sagt Gerhard Dreps. Da ist dann schlicht gute Beratung etwa durch eine Baumschule wichtig. Die positive Klimawirkung der Nadelbäume ist ohnehin nicht unbedingt kleiner als bei Laubbäumen.

Ein gesunder Nadelbaum bildet sieben Nadeljahrgänge aus, „die Lunge des Baumes“, so Gerhard Dreps, und bindet damit ebenfalls viel Kohlendioxid.

Dennoch hat sich der Kreisverband der Schutzgemeinschaft im April entschlossen am Tag des Baumes Laubbäume, nämlich zwei Flatterulmen, den Baum des Jahres, im Kurpark in Unna zu pflanzen.

Die Schutzgemeinschaft Deutscher Wald sucht in jedem Jahr Paten. „Ich würde mich freuen, wenn auch die Stadt Fröndenberg Interesse daran hätte“, so Gerhard Dreps. Die Stadt Unna hatte an diesem Zeichen für die Zukunft großes Interesse.

„Zwei Bäume machen noch keinen Sommer“, räumt Gerhard Dreps ein. Doch solche Beispiele könnten ja Schule machen.

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