Bach in der Viktorkirche: Überzeugende Altistin und überlaute Trompeten

Weihnachtsoratorium

Zum Jahresabschluss lädt die Konzertgesellschaft Schwerte traditionell zum Weihnachtsoratorium ein. Nach Händel im vergangenen Jahr war diesmal wieder der Klassiker von Bach an der Reihe.

Schwerte

, 17.12.2019, 10:17 Uhr / Lesedauer: 2 min
Bach in der Viktorkirche: Überzeugende Altistin und überlaute Trompeten

Der Chor der Konzertgesellschaft beim Weihnachtsoratorium in der Viktorkirche. © Bernd Paulitschke

Nach Händel im vergangenen Jahr nun also wieder Bach: Den ersten Teil des Weihnachtsoratorium präsentierte der Chor der Konzertgesellschaft in der Marktkirche St. Viktor. Professionelle Musiker begleiteten im ad hoc-Orchester. Ein Solistenquartett steuerte Soli und Rezitative bei.

Für das richtige Zusammenwirken sorgte Franz Leo Matzerath am Pult. Pauken und Holz wirbelten zum Auftakt, bald auch Blech und Streicher. Wie eine zurückgesetzte Mittellinie nahm sich der Gesang des Eingangschores aus, umspielt von Ober- und Unterstimmen des Orchesters. Alles Jauchzen und Frohlocken konnte sich nicht gegen die dominanten Clarin-Trompeten durchsetzen, vielleicht eine Frage des erneuten Warmwerdens nach der Familienaufführung am Nachmittag.

Katrin Auzinger überzeugte das Publikum

Klar und ansprechend überzeugten die Arien der Österreicherin Katrin Auzinger, Alt. Schön gestaltet und koloraturreich begeisterte sie beim Wiegenlied. Kraftvoll, doch verhalten artikulierend, sang sich Bass Markus Volpert, als Herodes eigentlich der „Bösewicht“, in die Herzen des Publikums.

Mit einem Reitermotiv bereitete das Orchester ihm den Boden. Ein feines Duett mit Astrid Gerdsmann, Sopran, wurde von Oboen und Streichern zart untermalt. Als Engel der Verkündigung zeigte sie selbst im Rezitativ Strahlkraft. Auf die geschrienen Passagen des Tenors jedoch hätte mancher im Publikum gerne verzichtet.

Sauberes und schönes Instrumentalsolo

Aus der Tiefe schöpfend, brachten die Musiker eine Sinfonia zu Gehör. Stehend begleitete der Konzertmeister gemeinsam mit dem Continuo die Altistin bei ihrer Arie „Schließe mein Herz“. Ein wirklich sauberes und schönes Instrumentalsolo von Livio Neagu-Gruber vom Sinfonieorchester Wuppertal.

Bei den Chorälen drang der Chor weit besser durch als bei der komplexen Polyphonie zu Beginn. Stell-vertretend für die himmlischen Heerscharen gelang auch der fugierte Gesang über einem Streicherfun-dament. Zeile für Zeile im Wechsel mit instrumentalen Passagen erklang ein Choral auf die Melodie „Vom Himmel hoch“. Richtig in Fahrt kam der Chor beim letzten Choral in Moll. Schmetternde Trompeten leiteten ein zum Schlusschor „Herrscher des Himmels, erhöre das Lallen“, mit dem die Sänger zuvor bereits die dritte Kantate eröffnet hatten. Mitwirkende und Publikum ließen gemeinsam ein abschließenden „Oh du fröhliche“ durch die Kirche schallen. Im nächsten Jahr wird der zweite Teil aufgeführt.

Info

So startet das Kulturjahr 2020

  • Das neue Jahr eröffnen die Schwerter Kulturschaffenden am 19. Januar mit ihrem Kulturellen Jahresempfang um 11.30 Uhr in der Rohrmeisterei.
  • Mit einer „Sternstunde am Bösendorfer“ starten die Konzerte der KGS dann am Sonntag, 9. Februar um 11 Uhr am gleichen Ort. Katharina Hack am Instrument.
  • Karten: 20 €, im Vorverkauf 17 €, Schüler und Studenten 5 €, unter www.kgs-schwerte.de
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