Babyleiche zwischen Kleidern: Mutter kam aus Raum Duisburg

Im Fall des toten Babys „Mia“ steht jetzt fest: Die Mutter kam aus dem Raum Duisburg. Die Ermittler setzen jetzt vor allem darauf, dass sich jemand aus dem Umfeld der Mutter meldet: „Fassen Sie sich ein Herz!“

09.11.2019, 06:51 Uhr / Lesedauer: 1 min

Ein Jahr nach dem Fund einer Babyleiche zwischen Altkleidern in Polen sind sich die Ermittler sicher, dass die Mutter aus dem Raum Duisburg kommt. Sie stützen ihre Annahme auf das nun vorliegende Ergebnis einer genauen chemischen Untersuchung von Gewebeproben des toten Kindes, ein sogenanntes Isotopengutachten. Bestimmt wurde dabei, welchen Einfluss Umwelt und Nahrung auf die Mutter gehabt haben. Mitarbeiter mehrerer Labore im In- und Ausland hätten herausgefunden, dass zumindest die Mutter in Duisburg und Umgebung gelebt habe, berichtete die Polizei Duisburg am Freitag.

Das von der Polizei „Mia“ genannte tote Neugeborene war im November 2018 in einer polnischen Altkleidersortieranlage entdeckt worden. Die Kleidersammlung stammte aus Duisburg.

Die Polizei richtete am Freitag einen emotionalen Aufruf an das in Duisburg vermutete Umfeld der Mutter. „Fassen Sie sich ein Herz!“, schrieben die Ermittler und baten erneut um Hinweise auf die Mutter. „Die Erfahrung hat gezeigt, dass diese Frauen ihr Verhalten nicht ändern. Einem Geschwisterkind von Mia könnte bei einer erneuten ungewollten Schwangerschaft der Mutter dasselbe Schicksal drohen“, hieß es. „Helfen Sie mit, so etwas zu verhindern.“

Über den Fall informiert die Polizei seit Freitag auch in sieben Video-Sequenzen, in denen der Leiter der Ermittlungskommission, eine Kripo-Beamtin sowie ein Hundeführer über den Fall und mögliche Hintergründe berichten. „Wir hoffen durch die Videos gerade jüngere Zuschauer zum Nachdenken anzuregen. Vielleicht gibt uns einer von ihnen den entscheidenden Hinweis“, erklärte Kommissionsleiter Jan Bietzig laut der Mitteilung.

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