Baby nach der Geburt in Müllsack gesteckt: Haftstrafe

Eine Mutter bringt ein Baby heimlich zur Welt und entsorgt es in einem Müllsack vor der Haustür. Das Mädchen wird in letzter Sekunde gerettet. Das Gericht schickt die Angeklagte ins Gefängnis.

23.12.2019, 16:39 Uhr / Lesedauer: 1 min

Das Hagener Schwurgericht hat am Montag eine 31-jährige Frau aus Kierspe wegen versuchten Totschlags zu fünf Jahren und sechs Monaten Haft verurteilt. Die Deutsche hatte im Juni heimlich eine Tochter zur Welt gebracht und das Kind wenig später in einem vor der Haustür abgestellten Müllsack entsorgt.

Nachdem ihr Lebensgefährte starke Unterleibsblutungen bei der Frau bemerkt hatte und diese ins Krankenhaus gebracht hatte, hatten die Ärzte bemerkt, dass die 31-Jährige gerade Mutter geworden war. Die daraufhin alarmierte Polizei hatte das bereits stark unterkühlte Kind sozusagen in letzter Sekunde in dem Müllsack gefunden und gerettet.

Die Angeklagte hatte im Prozess erklärt, sie habe geglaubt, dass das Kind bei der Geburt tot war. Das Mädchen habe die Augen geschlossen gehabt und auch nicht geschrien. Die Richter nahmen ihr dies allerdings nicht ab. Im Urteil gingen sie auch nicht von einer verminderten Schuldfähigkeit der Angeklagten aus.

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