Baby nach der Geburt im Müll entsorgt: Mutter muss ins Gefängnis

Versuchter Totschlag

Eine Mutter bringt heimlich ein Mädchen zur Welt und wirft es einfach in den Müll. Das Landgericht Hagen urteilte nun über das Strafmaß für die 31-Jährige.

Hagen

, 23.12.2019, 16:50 Uhr / Lesedauer: 1 min
Baby nach der Geburt im Müll entsorgt: Mutter muss ins Gefängnis

Die Angeklagte Olga O. sitzt zwischen ihren Verteidigern Julia Kusztelak und Andreas Trode mit einem Tuch über dem Kopf. Am Tag vor Heiligabend wurde sie nun verurteilt. © Martin von Braunschweig

Olga O. ist 31 Jahre alt, als sie kurz nach der Geburt ihrer ersten Tochter erneut schwanger wird. Ihrem Partner erzählt sie davon nichts. Angst vorm Verlassenwerden soll dabei eine Rolle gespielt haben, hieß es in dem Prozess am Hagener Landgericht. Außerdem habe das Paar sich bei der monatlichen Budgetplanung fest auf das Gehalt der jungen Mutter verlassen gehabt.

So kommt es, dass Olga O. am 14. Juni heimlich ins Badezimmer geht und dort unter Schmerzen ein Kind zur Welt bringt. Anschließend wickelt sie das Kind in ein Handtuch und trägt es draußen vor die Tür. Dort steckt sie es in eine Mülltüte, geht danach noch eine kurze Runde mit dem Hund und kehrt dann nach Hause zurück.

Doch das kleine Mädchen hat großes Glück. Einmal, weil der Partner von Olga O. bemerkt, dass diese stark blutet. Dann, weil er darauf besteht, dass die 31-Jährige ins Krankenhaus fährt, um sich behandeln zu lassen. Und Glück ist auch, dass die Ärzte dort schnell auf Reste einer Plazenta stoßen und deshalb wissen, dass die Frau gerade ein Kind zur Welt gebracht haben muss. Sie alarmieren die Polizei, diese sucht fieberhaft nach dem Baby und wird schließlich in letzter Sekunde fündig.

Heute lebt das Mädchen bei einer Pflegefamilie. Körperlich hat es sich offenbar gut erholt. Olga O. wurde am Montag wegen versuchten Totschlags zu fünfeinhalb Jahren Haft verurteilt. Ihre Geschichte, dass sie geglaubt habe, das Mädchen sei schon bei der Geburt tot gewesen, nahmen sie ihr nicht ab.

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