B236-Ausbau in Schwerte: Das ewige Hin und Her zwischen Freischütz und Ostentor

dzJahresrückblick 2019

2019 sollte das Jahr sein, in dem es der B236 in Schwerte an den Kragen geht. Dass daraus nichts wurde, ist klar. Aber wie oft wurde der Baustart verschoben? Und warum eigentlich?

Schwerte

, 27.12.2019, 12:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Es ist viel passiert entlang der Hörder Straße, aber eigentlich auch nichts. Baustellen kamen und gingen, andere blieben länger als erhofft. Doch alle Absperrbarken, Schilder und Umleitungen läuteten noch lange nicht den seit Jahren geplanten B236-Ausbau ein. „Vorbereitende Maßnahmen“ – das Wort des Jahres in Sachen Verkehr in Schwerte.

Schon im Januar begannen Gasversorger Thyssen und Open Grid mit der Verlegung einer Gasleitung an der A1-Abfahrt aus Fahrtrichtung Münster. Später im Jahr wird diese Leitung noch für großes Verkehrschaos sorgen – denn sie muss unter der Hörder Straße hindurch gepresst werden. Damals war man sich aber sicher: Mitte 2019 soll es dann losgehen mit dem vierspurigen Ausbau zwischen Freischütz und K20.

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Alles schön und gut, wären da nicht die vielen Grundstücke entlang der Hörder Straße, die die ausführende Firma Deges noch bis heute in ihren Besitz bringen muss. Drei Eigentümer stellen sich quer, wollen die Flächen nicht weit unter Wert verkaufen.

Deges verschiebt den Baustart in letzter Minute

März 2019: Bei der Deges ist man weiterhin optimistisch, dass es im Sommer endlich los gehen kann. Die ausliegenden Baupläne geben den Zeitplan vor, im Juli 2021 soll das Projekt abgeschlossen sein.

Wie man heute weiß, wurde daraus nichts. Erst Mitte Juli korrigierte die Deges den Baustart dann offiziell nach hinten, auf Herbst 2019. Man habe erst jetzt die Gewerke ausgeschrieben und wolle im August die Angebote haben, erklärte damals der Schwerter Planungsamtsleiter, Jan Menges. Er persönlich rechne sowieso nicht mehr mit einem Baustart in diesem Jahr – und soll damit Recht behalten.

Im August verschiebt die Deges den Baustart auf Anfang 2020: Es habe zeitliche Verzögerungen bei der Ausschreibung gegeben. Was die Agenda der Deges außerdem in die Länge zieht: Die drei Grundstückseigentümer, die sich noch immer nicht dem Angebot der Deges beugen wollen. Die Antwort des Unternehmens: Im Notfall müsse man eben eine Enteignung durchsetzen.

Fußgängerbrücke am Freischutz wurde 2019 zur Pannenshow

Und dann wäre da noch das Problem mit der Fußgängerbrücke über die B236 am Freischütz. Die sollte bereits vor dem eigentlichen Ausbau neu gebaut werden. Unstimmigkeiten zwischen Deges und Bauunternehmen führten dazu, dass die neue Brücke erst mit der neuen B236 kommen wird.

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Währenddessen konnten sich alle Autofahrer in Schwerte aber schon einmal einen Eindruck von den Auswirkungen auf den Straßenverkehr machen – sollte es bald tatsächlich mit dem eigentlichen Ausbau losgehen: Am 4. September wurde die Hörder Straße an der Kreuzung mit der Heide- und der Bergstraße halbseitig gesperrt. Grund waren verschiedene Versorgungsleiten und besagte Gasleitung, die unter der Hörder Straße verlaufen soll. Bis Mitte Dezember wurde die Baustelle zur Strapaze für Autofahrer. In der Rush Hour staute sich der Verkehr teilweise bis hinunter auf die Karl-Gerharts-Straße zurück. Und auch zwischen den beiden Autobahnauffahrten wurde bis zum Jahresende kräftig gebaut, ebenfalls an den Versorgungsleitungen.

Ob es in der Innenstadt wohl besser laufen wird?

Übrigens: Auch das B236-Stück zwischen den Autobahnanschlussstellen und der Ostentor-Kreuzung soll ausgebaut werden. Und obwohl das erste Projekt im Norden noch gar nicht gestartet ist, steckte die Stadt schon mitten in den Planungen mit Straßen.NRW. Anders als die Deges setzt man beim Landesbetrieb auf vorsichtige Prognosen, zum Zeitplan hatte die zuständige Projektleiterin Anja Ruthe im Mai nur einen Satz: Ich gehe schon davon aus, dass die Maßnahme in zehn Jahren gebaut ist.“

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Aber zurück zur eigentlichen Baustelle: Zum Jahresende kam dann die Nachricht, mit der eigentlich schon die meisten Schwerter gerechnet hatten. Die Deges will „voraussichtlich“ erst im Frühjahr 2020 mit dem Ausbau beginnen. Fast könnte man vermuten, dass auch im kommenden Jahr alles gewohnt wechselhaft bleibt.

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