Auto prallt gegen Staßenbahn: Polizei erteilt Platzverweise für 40 Schaulustige

Gaffer

Bei einem schweren Unfall in Neuss ist ein Autofahrer schwer verletzt worden, zwei Menschen erlitten einen Schock. 40 Schaulustige behinderten zum Teil die Polizei, ein Gaffer tat noch mehr.

Neuss

05.12.2019, 08:44 Uhr / Lesedauer: 1 min
Auto prallt gegen Staßenbahn: Polizei erteilt Platzverweise für 40 Schaulustige

Rettungskräfte versuchen Menschen so schnell wie möglich zu behandeln und in ein Krankenhaus zu bringen. Wird ihre Arbeit behindert, kann das schlimme Folgen haben. © picture alliance / dpa

Ein Auto ist in Neuss beim Abbiegen mit einer Straßenbahn zusammengestoßen, der Pkw-Fahrer erlitt dabei schwere Verletzungen. Durch die Wucht des Aufpralls wurde das Auto gegen einen Ampelmast geschleudert, wo gerade ein Mann mit einem Fahrrad stand.

Das Rad wurde beschädigt, der Mann blieb nach Polizeiangaben vom Mittwochabend „nur durch Zufall“ bis auf einen Schock unversehrt. Auch der Straßenbahnfahrer erlitt einen Schock.

Polizei sprach 40 Platzverweise aus

Der schwer verletzte 55-jährige Autofahrer wurde von Feuerwehrleuten aus seinem Wagen befreit und in ein Krankenhaus gebracht.

Der Rettungseinsatz wurde zum Teil durch zahlreichen Schaulustigen behindert. Rund 40 Menschen wurde ein Platzverweis erteilt. Ein Mann in der Straßenbahn filmte das Geschehen, das wurde von der Polizei untersagt.

Gaffer in Frankfurt filmte sterbenden Mann

Erst am Dienstag war es zu einem ähnlichen Vorfall in Frankfurt gekommen. Ein Radfahrer geriet bei einem Unfall unter einen Lastwagen und starb noch am Unfallort. Schaulustige fotografierten und filmten offenbar den sterbenden Mann. Die Polizei ermittelt.

Fotografieren und Filmen soll demnächst Straftat werden

Unfall-Tote zu filmen oder zu fotografieren soll künftig mit Geldbußen oder sogar Freiheitsstrafen von bis zu zwei Jahren geahndet werden. Die Bundesregierung hat im November beschlossen, dass das „Herstellen und Übertragen einer Bildaufnahme, die in grob anstößiger Weise eine verstorbene Person zur Schau stellt“ als Straftat gewertet werden soll.

Der Bundestag muss der Änderung noch zustimmen.

kar/dpa

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