Ausbildung startet im Februar: Ehrenamtliche unterstützen Schlaganfall-Patienten

dzEhrenamt

Diagnose Schlaganfall - das trifft immer mehr jüngere Menschen. Nun gibt es eine Ausbildung für Ehrenamtliche, die als Schlaganfall-Helfer die Betroffenen und Angehörige unterstützen sollen.

Lünen

, 28.01.2020, 05:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Eine Schlaganfall-Helferin ist bereits regelmäßig im Lüner St.-Marien-Hospital unterwegs. Sie bietet ihre Unterstützung den Patienten an, die einen Schlaganfall hatten. Nach diesem Vorbild soll es bald im Kreis Unna möglichst viele weitere Ehrenamtliche geben, die als Schlaganfall-Helfer aktiv sind.

Am 24. Februar startet in der Weiterbildungsstätte der Stiftung St.-Marien-Hospital eine Schulung zum Schlaganfall-Helfer. Die Nachfrage ist bereits so groß, dass es zwar noch einige Plätze gibt, die Organisatoren aber bereits überlegen, einen weiteren Kurs anzubieten.

Die Ausbildung wird inhaltlich von der Deutschen Schlaganfall-Hilfe mit Sitz in Gütersloh gestaltet. „Nach diesem Vorbild gab es schon mal vor Jahren eine Gruppe, die im Lüntec ausgebildet wurde. Leider ist das Ganze dann aber im Sande verlaufen“, so Dr. Iris Adelt, Chefärztin der Neurologie am St.-Marien-Hospital.

Jüngste Schlaganfall-Patientin war erst 24 Jahre alt

Sie kümmert sich tagtäglich um Schlaganfall-Patieten, weiß auch, dass immer wieder auch jüngere Menschen einen Schlaganfall erleiden und die Zahl der betroffenen Frauen wächst. „Unsere bisher jüngste Patientin war gerade 24 Jahre alt“, sagt die Chefärztin.

Die Nachsorge von Schlaganfall-Betroffenen hat immer noch einige Defizite. So bekommen sie Informationen über Therapiemöglichkeiten, Sozialleistungen oder andere Formen von Unterstützung nur bruchstückhaft. Hier können geschulte Schlaganfall-Helfer solche Infolücken schließen.

Als nun die Idee des Versorgungsprojekts „Kreis Unna gegen Hirninfarkt“ (Kug-Hin) kam, wieder ehrenamtliche Schlaganfall-Helfer auszubilden, war sie sofort dabei. Genauso wie Martina Bauer von der Weiterbildungsstätte der Stiftung St.-Marien-Hospital. „Wir bieten ja schon länger eine Stroke-Weiterbildung für Pflegepersonal an, haben also mit dem Thema Erfahrung“, sagt Martina Bauer.

Der erste Kurs startet bereits Ende Februar. Bauer: „Im Moment füllt sich der Kurs sehr gut. Wir haben viele Anfragen.“ Das Telefon stehe kaum still, Interessenten aus dem ganzen Kreis Unna melden sich. Nicht jeder hat jedoch im geplanten Zeitraum Zeit, aber der Bedarf an der Schulung sei auf jeden Fall groß.

Angemeldet haben sich sowohl Männer als auch Frauen. Sogar ein Ehepaar ist dabei.

Helfer werden wohnortnah eingesetzt

Adelt: „Manche nehmen es auch als Grundlage, werden dann später ehrenamtlich tätig.“ Die Teilnehmer werden in der Nähe zu ihrem Wohnort ehrenamtlich eingesetzt. So wie die Schlaganfall-Helferin, die bereits in Lünen auf der Station tätig ist und dort Patienten ihre Unterstützung anbietet.

Das können Gespräche sein, aber auch Tipps, welche Hilfe man bekommt, wo es entsprechende Formulare gibt. „Manchmal fallen Patienten in ein Informationsloch,“ weiß die Chefärztin.

Aber auch bei Spaziergängen, wenn der Patient gerade wieder lernt, richtig zu laufen, kann der Schlaganfall-Helfer dabei sein. Oder er ist als Gesprächspartner da, verschafft so den Angehörigen Freiräume, wenn diese mal Zeit für sich brauchen.

Chemie muss auch stimmen

„Es ist kein Bemuttern und auch die Chemie muss stimmen zwischen dem Patienten und den Ehrenamtlichen. Umso wichtiger ist es, dass wir ein möglichst großes Netzwerk haben“, so Martina Bauer. An den acht Terminen geht es um Themen wie medizinische Grundlagen, Grundlagen von Reha und Therapie, Selbsthilfe, Kommunikationsschulung und Sozialrecht. Aber auch psychologische Grundlagen und Praxiswissen werden behandelt.

„Wir müssen dann ein Netzwerk aufbauen. Wir haben definitiv Bedarf bei uns auf der Schlaganfall-Station.“ Die Schlaganfall-Helferin, die derzeit im Einsatz ist, kommt, wenn es ihr Teilzeit-Beruf zeitlich ermöglicht. Sie hat auch einen kleinen Besprechungsraum für Gespräche mit Patienten und Angehörigen.

  • Infos über die Schulung gibt es in der Weiterbildungsstätte bei Martina Bauer, Tel. (02306) 77 21 05.
  • Finanziert wird die Schulung vom „Gesundheitsnetz“, der Katholischen Klinikum Lünen-Werne GmbH, dem evangelischen Krankenhaus Unna und der Stiftung Deutsche Schlaganfallhilfe.
  • Die Teilnahme ist kostenlos. Die Teilnehmer werden an den Schulungstagen auch verpflegt.
  • Die Schulung findet statt am 24. und 25.2., 4., 11. und 12.3., 16., 23. und 29. April.
www.kug-hin.de
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