Auf diesen Straßen in Schwerte kommt es häufiger zu Unfällen als anderswo

dzVerkehrsunfälle

508 Verkehrsunfälle, 31 Schwerverletzte - das ist die Polizei-Bilanz für Schwerte 2017. Es gibt weniger Stellen, an denen sich Unfälle häufen. Manche lassen sich entschärfen, andere nicht.

Schwerte

, 20.06.2018, 05:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Gute Nachricht vorab: Im abgelaufenen Quartal gab es in Schwerte wenige schwere Verkehrsunfälle. Die Unfallkommission des Kreises hatte deshalb Zeit, sich um Altlasten zu kümmern.

Die schlechte Nachricht: Davon gibt es noch vier Stück. Ein weiterer Unfallschwerpunkt fiel nur aus formellen Gründen aus der Liste. An einigen Stellen kann die Stadt eingreifen, an anderen nicht.

Rosenweg

Zwischen den Einmündungen Friedrich-Hegel-Straße und der Straße Am Holderbusch ist es vor allem für Radfahrer nicht ungefährlich. Die Einmündungen der Straßen auf den Rosenweg sind für Autofahrer schwer einsehbar und der Radweg liegt auf dem Bürgersteig. Auch die Einmündung des Einkaufszentrums auf der gegenüberliegenden Straßenseite bleibt eine Gefahrenstelle. Die Straße in Holzen landete aber auf der Liste der Unfallkommission, weil es hier am Fußgängerüberweg zu Unfällen mit Schwerverletzten gekommen ist.

Auf diesen Straßen in Schwerte kommt es häufiger zu Unfällen als anderswo

Unfallschwerpunkte in Schwerte: Rosenweg zwischen Friedrich-Hegel-Straße und am Holderbusch © Bernd Paulitschke

Solche Unfallschwerpunkte bleiben automatisch drei Jahre auf der Liste. Mittlerweile hat man eine zweite Querungshilfe für Fußgänger dort eingebaut. „Gerne hätten wir dort auch die Höchstgeschwindigkeit auf Tempo 30 herabgesetzt“, berichtet Siegfried Kuhn vom Schwerter Straßenverkehrsamt. Dagegen habe sich aber der Kreis ausgesprochen, der für die Straße zuständig ist. Das Tempolimit würde den Verkehrsfluss zu sehr hemmen, so die Argumente. Anfang Juli wollen sich die zuständigen Behörden vor Ort treffen, um noch einmal zu beratschlagen, was die Gefahrensituation entschärfen könnte.

Kreuzung Ostentor

Auch die Kreuzung am Ostentor ist für die Unfallexperten ein alter Bekannter. „Die taucht immer mal wieder in der Unfallstatistik auf“, so Kuhn. Auf der viel befahrenen Kreuzung zwischen Schützenstraße, Béthunestraße und Ostenstraße passierten 2017 sieben Unfälle.

Auf diesen Straßen in Schwerte kommt es häufiger zu Unfällen als anderswo

Unfallschwerpunkte in Schwerte: Bethunestraße, Schützenstraße, Ostenstraße © Bernd Paulitschke

Zumeist hatten hier Autofahrer beim Abbiegen den Gegenverkehr nicht gesehen. „Glücklicherweise waren keine Radfahrer oder Fußgänger beteiligt“, betont Kuhn. Die Kreuzung werde man vorerst nur beobachten. Denn die Hauptunfallursache liege in der Überlastung dieses Verkehrsknotenpunktes. Für einen Kreisverkehr reiche der Platz nicht aus.

Einmündung zu Toom

Neu auf der Liste der Unfallhäufungsstellen in Schwerte ist die Kreuzung Schützenstraße / Paul-Hoffmann-Straße. Die Kreuzung hat durchaus ihre Tücken, weil auf der gegenüberliegenden Straßenseite die Einmündung zum Parkplatz des Toom-Baumarkts liegt.

Auf diesen Straßen in Schwerte kommt es häufiger zu Unfällen als anderswo

Unfallschwerpunkte in Schwerte: Schützenstraße, Paul-Hoffmann-Straße, Toom-Baumarkt © Bernd Paulitschke

Dort gibt es zwar eine Ampel, allerdings mit zwei Haltebalken, für den Verkehr vom Parkplatz und für den Verkehr aus Richtung Schützenstraße. Hinzu kommen die Abbieger aus der Paul-Hoffmanstraße. Doch die Unfälle im vergangenen Jahr hatten damit relativ wenig zu tun. „Zwei Rotlichtverstöße und eine Trunkenheitsfahrt listete die Polizeistatistik auf“, erklärt Siegfried Kuhn.

Kreisel Wandhofen

Neu auf der Liste ist auch der Kreisverkehr in Wandhofen. Immerhin drei Unfälle mit einem Schwerverletzten verzeichnet die Statistik für den Kreisel. „Wir haben dort die Besonderheit, dass Radfahrer verpflichtet sind, den Fußweg zu benutzen“, erklärt der Leiter des Schwerter Ordnungsamtes.

Auf diesen Straßen in Schwerte kommt es häufiger zu Unfällen als anderswo

Unfallschwerpunkte in Schwerte: Wandhofer Kreisel © Bernd Paulitschke

Das erkenne man an den blauen Schildern mit Radfahrer und Fußgänger-Symbol. Im Gegensatz zu einem Fußgängerschild mit dem weißen Zusatzschild Radfahrer frei, sei der Radfahrer bei dem Kombischild verpflichtet, den Fußweg zu nutzen.

Andere gefährliche Stellen

Doch auch außerhalb der amtlich festgestellten Unfallhäufungsstellen, gibt es gefährliche Ecken in Schwerte. Dazu zählt die Hörder Straße vom Bergerhof Weg bis zur Friedhofsstraße. Weil es sich aber um eine Strecke und nicht eine Verkehrssituation handelt, landete sie nicht auf der Liste.

Die Autobahnauffahrt an der Hörder Straße ist in diesem Jahr kein Thema, wird aber wegen des tödlichen Unfalls im Frühjahr wohl im nächsten Jahr wieder auf der Liste auftauchen. Der Landesbetrieb Straßen will hier aber erst mit dem jetzt begonnenen Ausbau der B 236 Abhilfe schaffen. „Die haben uns eine zusätzliche Abbiegespur zugesagt“, so Kuhn.

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Wie man eine Unfallhäufungsstelle erfolgreich bekämpft, zeigen die Aktionen rund um den Bahnhofstunnel. Hier dürfen Radfahrer jetzt, wenn sie wollen, die Fahrbahn nutzen – und in den Radweg ragende Mülleimer wurden anders platziert. Seitdem wurden hier keine weiteren Unfälle verzeichnet.

Die Unfallkommission des Kreises Unna

Unfallkommissionen sollen Verkehrsunfälle in einer Kommune statistisch auswerten und auffällige Örtlichkeiten untersuchen. Rechtsgrundlage sind Bundes- und Landeserlasse. Im Kreis Unna sind das der Kreis selbst, die jeweilige Stadt und die Polizei. Hinzu kommen Vertreter des Landesbetriebs Straßen.NRW, die für die Bundes- und Landesstraßen zuständig sind. Die Fäden hält der Kreis in der Hand. Ein Unfallschwerpunkt ist entweder dann erreicht, wenn sich innerhalb eines Jahres typische Unfälle mit hohem Schaden oder Verletzten häufen, oder wenn innerhalb von drei Jahren mehrere tödliche Verkehrsunfälle an einer Stelle vorkommen. Die Kommission begutachtet alle Orte, die statistisch auffällig waren und sieht sich die Pläne der Stelle an. In Einzelfällen fährt man auch zu den Kreuzungen. Dann schlägt die Kommission Maßnahmen vor. Die können vom Rückschnitt einer Hecke über ein Tempolimit bis zum Umbau der Straße reichen. Erst wenn drei Jahre lang keine Unfallhäufung war, verschwindet der Unfallschwerpunkt aus der Statistik. Denn dann weiß man, dass die Lösungen wirklich wirken.
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