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Auf den anonymen Gräbern wächst das Unkraut

Gräber überwuchert

Christof Werner aus Selm bemängelt den Pflegestau an der anonymen Bestattungsstelle auf dem Friedhof. Das Unkraut soll nun entfernt werden. Eine Verschönerung ist jedoch nicht in Sicht.

von Nele Katinka Falke

Selm

, 19.07.2018
Auf den anonymen Gräbern wächst das Unkraut

Christof Werner ist verärgert über den Zustand der Fläche bei den anonymen Gräbern.

Auf dem sonst so ordentlichen Friedhof in Selm sticht eine Stelle besonders heraus: Der Ort bei den anonymen Gräbern, der eigentlich Platz für schöne Blumen bietet, ist überwuchert von Unkraut aller Art. Hier wachsen Löwenzahn und Milchdisteln um die Wette – und das schon seit Monaten. Christof Werner ist empört: „Hier liegen Menschen, die lebenslang Kirchensteuern bezahlt haben. Im Gegenzug sind die Leute hier nicht in der Lage, die drei Quadratmeter zu pflegen“, sagt der Selmer.

Auch Familienmitglieder von Christof Werner sind dort beerdigt. Die Grabstätte befindet sich am Friedhofeingang, kurz hinter der Trauerhalle am Hauptweg. Täglich laufen hier viele Menschen vorbei. Jeder muss es sehen, doch niemand scheint sich um die Fläche zu kümmern.

Zahlreiche Beschwerden

Mehrfach habe er sich bereits bei den für Friedhofsangelegenheiten zuständigen Stadtwerken, deren Kontaktdaten auf dem Friedhof aushängen, beschwert. Jedoch ohne Erfolg. Mit den Worten „Ich kümmere mich später darum“, sei er telefonisch abgewiesen worden. Auch Friedhofsmitarbeiter hätten ihm baldige Verschönerung versprochen. Doch bis heute lassen sich keine Veränderungen feststellen: Dass das Unkraut nicht erst seit ein paar Tagen wachse, sei klar erkennbar.

Auch alte Grablichter oder niedergelegte, verwelkte Blumen und Kränze würden nicht beseitigt. Das machen laut Werner zur Zeit die Angehörigen selbst. „Es ist ja kein Problem für uns, Kleinigkeiten zu übernehmen. Wir sind bereit, zu helfen“, sagt Christof Werner, „aber alles können wir eben auch nicht machen.“

Erst kürzlich wurde auf dem Friedhof die Begräbnisstätte „Pusteblume“ für nicht lebend geborene Kinder vergrößert. Diesem Projekt steht Werner keinesfalls negativ gegenüber: „Die Idee finde ich schön und es ist richtig, dass die Eltern einen Platz zur Trauer bekommen. Allerdings kann es nicht sein, dass jetzt alle für die Neuerungen das Blitzlichtgewitter genießen und das Alte dabei vergessen wird.“

Die Stadtwerke kümmern sich

Auf Anfrage der Ruhr Nachrichten schreibt Stadtsprecher Malte Woesmann dazu: „Die Stadtverwaltung und auch die Stadtwerke haben Verständnis dafür, dass Angehörige sensibel darauf reagieren. Aufgrund der Witterung ist es zurzeit jedoch recht schwierig, für eine ,Verschönerung‘ zu sorgen. So sind Pflanzen etc. gepflanzt worden, die aufgrund der Witterung aber nicht angegangen sind. Die Stadtwerke haben zugesichert, das Unkraut kurzfristig zu beseitigen.“

Weitere Beschwerden in dieser Angelegenheit seien der Stadt nicht bekannt, erklärt Woesmann.

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