Auf dem Rücken der Kinder

Kommentar der Redaktion

19.10.2018, 17:23 Uhr / Lesedauer: 1 min

Eigentlich könnte ganz Holzwickede froh sein. Froh sein darüber, dass es attraktiv ist für Familien mit Kindern. Froh sein darüber, dass Infrastruktur nicht wie anderswo in Frage gestellt, sondern ausgebaut werden muss – beispielsweise, um allen Kindern einen Kindergarten-Platz zu ermöglichen.

Am 2. November jährt sich der Bezug der Container-Kita an der Rausinger Halle zum ersten Mal. Wahrlich kein Grund zum Feiern, sondern ein ziemlich trauriger Geburtstag. 30 Kinder gehen inzwischen in den Container-Kindergarten, und ein Ende der Notlösung ist nicht in Sicht. Als die Awo als Träger die Container vor einem Jahr in Betrieb nahm, hieß es, dass die Kita „Sonnenschein“ im Sommer 2019 eröffnet werden solle. Damals ging man noch vom Platz von Louviers als Standort aus. Das ist Geschichte, genau wie der geplante Start in 2019.

Nach einem quälend langen Hin und Her rang sich die Politik schließlich zum Beschluss für den Bau im Emscherpark durch. Und genau der wird nun von der Initiative „Pro Park“ wieder in Frage gestellt, sie will ihn per Bürgerentscheid kippen.

Unabhängig davon, wie man zu ihren Argumenten steht, zeigt dieser nächste Querschuss vor allem eines: dass es der Holzwickeder Verwaltung und Politik immer noch nicht gelungen ist, einen Standort zu finden, der in der Bevölkerung auf die nötige Akzeptanz stößt.

Und das ist ein Armutszeugnis angesichts der Tatsache, dass es hier um einen Kindergarten geht – und nicht etwa um eine Mülldeponie.

Das Traurige an der Sache ist: Während die Erwachsenen streiten und streiten, gehen die Kinder weiter in den Container, Tag für Tag, Monat für Monat, Jahr für Jahr.

Egal, ob es zum Bürgerbegehren kommt oder wie es ausgeht, steht der große Verlierer jetzt schon fest: Es sind die Kinder.

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