Auf dem Papier fehlen der Stadt Unna Einwohner

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Dass immer wieder neues Geld aufgetrieben werden muss, um den Haushalt in Unna zu sanieren, kann die Stadt leicht erklären. Gesetze sind der Grund. Aber diese gelten doch eigentlich für alle. Fast.

Unna

, 05.11.2018, 05:00 Uhr / Lesedauer: 1 min

Neue Gesetze von der Kindertagespflege über die Inklusion bis zur Unterbringung von Flüchtlingen bringen den Kommunen Aufgaben, für die sie die Gesetzgeber in Berlin und Düsseldorf nicht hinreichend mit Kapital ausstatten. Das sogenannte „Konnexitätsprinzip“, dass höhere Staatsebenen auch für den Aufwand einstehen müssen, den sie verursachen, ist längst zur Theorie geworden.

Allerdings beantwortet dies noch nicht die Frage, warum Unna den Bürgern tiefer in die Tasche greift als die Nachbarstädte. Denn die Gesetze von Bund und Land gelten dort genauso. Möglicherweise kommen sie in der Kreisstadt etwas häufiger zur Anwendung, weil sie eine gewisse Zentralität hat. Größter struktureller Unterschied zwischen Unna und dem Umland scheint die Zensusproblematik zu sein. Die zurückliegende „Volkszählung“, die eigentlich eher eine Hochrechnung war, weist für die allermeisten Kommunen weniger Bürger aus als deren Einwohnermeldeämter führen. Unna gehört aber zu einer Handvoll Kommunen in NRW, bei denen die Diskrepanz besonders deutlich ausfällt. Auffällig: Alle dieser Kommunen sind Standorte großer Aufnahmeeinrichtungen für Flüchtlinge und Migranten. Die Abweichung in Unna dürfte schon auf die „alte“ Landesstelle zurückzuführen sein, die in der Zensussystematik zu Problemen führt. Das Land führt Unna derzeit mit 57.989 Einwohnern, von denen allerdings 831 umstritten sind. In der Datenbank der Stadt stehen über 60.000 Menschen, die einen Namen und eine Adresse haben, mitunter zu Wahlen aufgerufen sind und natürlich auch Grundsteuern zahlen.

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