Atempause am Immobilienmarkt: Neuvertragsmieten stagnieren

Nach Jahren kräftig steigender Mieten verzeichnen Immobilienexperten eine Atempause für Wohnungssuchende, wie etwa in Köln. Im dritten Quartal stagnierten die Neuvertragsmieten im Bundesschnitt gemessen am Vorquartal, wie der Immobilienspezialist F+B am Donnerstag in Hamburg mitteilte. In einigen der 50 teuersten Städte Deutschlands habe es gar Rückgänge gegeben, so das Institut, das Daten für Mietspiegel erstellt sowie Städte und Gemeinden berät.

24.10.2019, 08:50 Uhr / Lesedauer: 1 min

So seien die Neuvertragsmieten etwa in Köln, Würzburg und Karlsruhe gemessen am zweiten Quartal gefallen - anders als in Düsseldorf, wo die Neuvertragsmieten den Angaben nach anstiegen. In Berlin, wo der rot-rot-grüne Senat die Mieten für fünf Jahre deckeln will, gab es ein Minus von 1,4 Prozent.

Die Daten legten eine allmähliche Marktberuhigung nahe, sagte F+B-Geschäftsführer Bernd Leutner. Der schon im ersten Halbjahr gemessene Trend von leicht sinkenden bis stagnierenden Angebotsmieten setze sich fort - auch wegen der zunehmenden Regulierung des Wohnungsmarktes. „Vermieter agieren bei neuen Verträgen angesichts der politischen Großwetterlage zurückhaltender“. Zudem wirke die verschärfte Mietpreisbremse dämpfend.

Die Zahlen bedeuten aber nicht, dass Mieter vollends aufatmen können. F+B misst eine Stagnation der Neuvertragsmieten lediglich zum zweiten Quartal 2019 (plus 0,0 Prozent). Gemessen am Vorjahresquartal ging es im Schnitt um weitere 0,7 Prozent leicht nach oben. Die Neuvertragsmieten bilden nur einen kleinen Teil des Immobilienmarktes ab, signalisieren aber die aktuelle Richtung.

Die Bestandsmieten, die den Großteil des Marktes abbilden, stiegen von Juni bis September um 0,3 Prozent gemessen am Vorquartal und um 1,4 Prozent im Vergleich zum dritten Quartal des vergangenen Jahres.

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