Astronauten beginnen mit Außeneinsatz an der ISS

Astronauten haben an der internationalen Raumstation ISS mit einem nicht ganz einfachen Außeneinsatz begonnen. Am Freitag brachen der italienische Raumfahrer Luca Parmitano und sein Partner bei der Mission, der US-Amerikaner Andrew Morgan, zu einem Weltraumspaziergang auf, um das Magnetspektrometer AMS an der ISS zu reparieren. Das Gerät wurde zum Teil an der RWTH Aachen entwickelt. Es benötigt ein neues Kühlsystem, um weiterarbeiten zu können.

15.11.2019, 15:00 Uhr / Lesedauer: 1 min
Astronauten beginnen mit Außeneinsatz an der ISS

Die Astronauten Luca Parmitano und Andrew Morgan sind beim Außeneinsatz an der ISS zu sehen. Foto: Henning Kaiser/dpa

Die europäischen Weltraumorganisation Esa spricht von den anspruchsvollsten Weltraumspaziergängen seit der Reparatur des Weltraumteleskops Hubble. „Man kann es mit einer Operation am offenen Herzen vergleichen“, sagte der deutsche Projektleiter von der RWTH Aachen, Stefan Schael, der Deutschen Presse-Agentur. Die Kühlleitungen, an die die Astronauten ranmüssten, seien gerade mal vier Millimeter dick. „AMS ist von der Elektronik her komplexer als die ganze restliche Raumstation zusammen“, sagte Schael, der den Einsatz im Europäischen Astronautenzentrum in Köln verfolgte.

Im Gegensatz zu Hubble war das Magnetspektrometer AMS allerdings nie dafür gedacht, dass Astronauten mit Handschuhen in ihm herumwerkeln. Im Grunde handelt es sich um eine Art wohnwagengroße Kamera, die Teilchen der kosmischen Strahlung fotografiert. Mit den Aufnahmen will man herausfinden, was an Orten in der Milchstraße vorgeht, die man nicht erreichen kann. 2011 wurde es installiert.

Der in seiner Heimat als „Astro Luca“ sehr populäre Parmitano ist aktuell ISS-Kommandant. Es ist bereits sein zweiter Einsatz auf der Raumstation. Während seines ersten Aufenthalts 2013 war er bei einem Außeneinsatz in Lebensgefahr geraten. In seinem Helm hatte sich Wasser gesammelt, der Raumfahrer hätte ertrinken können.

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